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Protest gegen den Weiterbetrieb

AKW Brokdorf Protest gegen den Weiterbetrieb

Bis Ende 2021 ist das AKW Brokdorf noch am Netz. Viel zu lang, meinen Atomkraftgegner. Sie fordern die sofortige Abschaltung. Jetzt wollen sie dafür demonstrieren — am Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl.

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Das Kernkraftwerk Brunsbüttel ist seit 2007 dauerhaft abgeschaltet und befindet sich derzeit im sogenannten Nachbetrieb.

Quelle: dpa

Brokdorf. Atomkraftgegner wollen am Sonntag für eine Abschaltung des Kernkraftwerks Brokdorf (Kreis Steinburg) demonstrieren. Zu der Protestaktion (11.56 Uhr) am Jahrestag der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl werden 500 bis 1000 Teilnehmer erwartet, wie ein Sprecher der Umweltorganisation BUND im Vorfeld sagte. Im ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl war es am 26. April 1986 zum bislang folgenschwersten Reaktorunfall in der Geschichte der zivilen Nutzung der Kernenergie gekommen.

Zu der Demonstration vor dem Reaktorgelände haben mehrere Umwelt-Initiativen aufgerufen. Das letzte noch am Netz befindliche Atomkraftwerk in Schleswig-Holstein darf noch bis 2021 Strom produzieren. Die beiden anderen Meiler des nördlichsten Bundeslandes sind dagegen bereits seit Jahren vom Netz.

Das Kernkraftwerk Brunsbüttel ist seit 2007 dauerhaft abgeschaltet und befindet sich derzeit im sogenannten Nachbetrieb. Ende 2012 stellte der Energiekonzern Vattenfall einen Antrag auf Stilllegung. Die Reaktorsicherheitsbehörde will ihre Prüfungen in diesem Fall bis 2017 abschließen. Dann könnte der Energiekonzern mit dem Abriss des Meilers beginnen.

Bis Freitag konnten Anwohner und Verbände ihre Einwände gegen die Pläne des Konzerns einlegen. Nach Ministeriumsangaben wurden bis Freitagnachmittag (17 Uhr) eine Sammeleinwendung und vier Einzeleinwendungen eingereicht.

Vattenfall hat außerdem den Bau einer Lagerhalle für schwach- und mittelradioaktive Stoffe beantragt. Ein Problem gibt es allerdings auch in Brunsbüttel: Im Reaktordruckbehälter befinden sich noch immer abgebrannte Brennelemente. Aufgrund der Rechtsprechung zum Zwischenlager Brunsbüttel ist es derzeit nicht möglich, die für die Brennelemente benötigten rund ein Dutzend Castorbehälter dort einzulagern.

Etwas anders sieht die Lage beim AKW Krümmel aus. „Ich erwarte von Vattenfall, dass das Unternehmen endlich auch einen Rückbauantrag für Krümmel stellt“, sagte Energieminister Robert Habeck (Grüne) der Deutschen Presse-Agentur. Der Meiler in Geesthacht an der Elbe ist zurzeit im Nachbetrieb. Mit der Atomgesetzänderung von 2011 darf es keinen Strom mehr produzieren. Der Reaktor ist nach einem Zwischenfall bereits seit 2007 abgeschaltet. Betreiber Vattenfall hat bislang allerdings noch keinen Antrag auf Rückbau gestellt.

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Ein technische Panne hat es im Atomkraftwerk Brokdorf (Kreis Steinburg) gegeben. Wegen eines Fehlers in einer elektronischen Baugruppe im Reaktorschutzsystem schloss bei einer Routineprüfung eine Armatur nicht wie vorgesehen, berichtete die Atomaufsicht in Kiel am Freitag.

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