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ADAC warnt: Der Tod telefoniert mit

Unfallursache Handy ADAC warnt: Der Tod telefoniert mit

Smartphones sind immer häufiger die Ursache für schwere Verkehrsunfälle. Der Auto Club Europa (ACE) startet jetzt eine bundesweite Untersuchung, wie viele Autofahrer am Steuer zum Handy greifen. Verlässliche Zahlen gibt es nämlich bislang nicht.

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Smartphones sind immer häufiger die Ursache für schwere Verkehrsunfälle.

Quelle: Huk-Coburg

Kiel. Nach Schätzungen des ADAC ist Unachtsamkeit wegen Handynutzung mittlerweile für jeden zehnten Unfall verantwortlich, sagt Sprecher Ulf Evert.

Die Polizei in Schleswig-Holstein zählt immer mehr Verstöße: 9781 Autofahrer stoppten die Beamten laut Verkehrssicherheitsbericht zuletzt im Straßenverkehr, die ohne Freisprecheinrichtung telefonierten, Textnachrichten verschickten oder im Internet surften. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es noch 9150 Verstöße gewesen. Der Trend: seit Jahren steigend. Eine Entwicklung, die sich auch in der Jahresstatistik des Kraftfahrtbundesamtes niederschlägt: 390400 Verstöße wurden dort 2014 registriert – fast 6500 mehr als im Jahr zuvor. „Die Dunkelziffer derer, die nicht erwischt werden, dürfte immens sein“, sagt ADAC-Sprecher Evert.

 Studien zufolge sind es vor allem junge Autofahrer, die während der Fahrt zum Handy greifen: In der Altersgruppe der unter 35-Jährigen simst und telefoniert jeder Dritte am Lenkrad. Bei den 35- bis 49-Jährigen sind es einer Studie des internationalen Forschungsinstituts Ipsos zufolge 17 Prozent, bei den 50- bis 64-Jährigen nur noch acht Prozent.

 Eine gefährliche Entwicklung, mit der deutsche Autofahrer auf internationalem Niveau rangieren, was die Gefahr allerdings nicht verringert. Im Gegenteil: Sie wird unterschätzt. „Die Ablenkung durch das Smartphone ist vergleichbar mit dem Konsum von Alkohol“, mahnt Evert. Die Technische Universität Braunschweig hat das in einer Studie mit Zahlen belegt: Demnach sei das Verfassen einer Textnachricht vergleichbar mit der Wirkung von 1,2 Promille, das Telefonieren mit dem Smartphone mit 0,6 Promille Alkohol im Blut.

 Die Strafen für Verstöße schrecken Autofahrer offenkundig nicht ab: 60 Euro werden fällig, wenn die Polizei Handysünder erwischt. Überdies gibt es einen Punkt in Flensburg. Radfahrer müssen für mobiles Telefonieren ebenfalls zahlen – 25 Euro kassiert die Polizei bei Kontrollen.

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