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Rinder meiden Jakobs-Kreuzkraut

Schleswig-Holstein Rinder meiden Jakobs-Kreuzkraut

Sterben Rinder am Gift des Jakobs-Kreuzkrauts? Dieser Verdacht entstand, nachdem zwei Rinder bei Neustadt verendet waren. Die Stiftung Naturschutz ließ daher geschlachtete Rinder, die auf Flächen mit Jakobs-Kreuzkraut geweidet hatten, untersuchen. Das Ergebnis: negativ.

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Eine neue Untersuchung zeigt, dass Rinder Jakobs-Kreuzkraut meiden.

Quelle: Karin Jordt (Archiv)

Molfsee/Hannover. Zwei Rinder waren im Mai auf einer Naturschutzfläche bei Neustadt verendet. Der Halter hatte das zweite Tier von einem Tierarzt untersuchen lassen. Dieser  fand Leberveränderungen, die auf  eine Vergiftung durch Pyrrolizidin-Alkaloide (PA)  des Jakobs-Kreuzkrauts deuteten. So entstand der Verdacht, dass die Tiere entweder  akut  an frischem, bitter schmeckenden Jakobs-Kreuzkraut JKK verendet waren oder an einer chronischen Vergiftung, weil sie mit dem Winterfutter getrocknetes, nicht mehr bitteres JKK aufgenommen hatten.  Die Lebern  der Tiere waren  für eine genaue Analyse jedoch nicht mehr brauchbar – die Todesursache konnte nicht abschließend geklärt werden.

Die Stiftung Naturschutz, der die Weidefläche gehört,  ließ daraufhin fünf Galloway- und Highlandrinder, die auf verschiedenen Flächen mit starkem Bewuchs von Jakobs-Kreuzkraut (JKK)  geweidet hatten,  in der Tierärztlichen Hochschule Hannover  pathologisch untersuchen lassen. Dort kam der  Pathologe Dr. Peter Wohlsein zu dem Ergebnis: Bei keinem der fünf Tier konnten  Vergiftungserscheinungen  durch PA nachgewiesen werden.  Auch die  typischen Veränderungen  durch die  Aufnahme von JKK wurden nicht gefunden.

Außerdem wurde noch eine zehnjährige Rinderkuh von der Weidefläche in Neustadt untersucht.  Auch dort gab es keine eindeutigen  Befunde in Sachen JKK.  Die Leber des Tieres sah allerdings leicht verändert aus.  „Diese kleinen Veränderungen im Lebergewebe können durch unterschiedliche Gifte verursacht worden sein, aber auch infektiöse Ursachen sind nicht ganz auszuschließen. Zusätzlich lagen eindeutig geringe entzündliche Veränderungen vor, die möglicherweise infolge eines Parasitenbefalls aufgetreten sind“, erläutert Wohlsein.

Bei der Stiftung sieht man sich durch die Untersuchungsergebnisse bestärkt.  Man werde weiter über offensiv  über  Risiken für Weidetiere aufklären. Außerdem werden in Kooperation mit der Universität und dem Landwirtschaftsministerium in Kiel in einem Forschungsprogramm systematisch Lebern von Weidetieren untersucht.

 „Unsere Pächter wissen, dass die Tiere genügend andere Pflanzen auf der Fläche finden müssen, um nicht in die Versuchung zu geraten, doch vom bitter schmeckenden Jakobs-Kreuzkraut zu fressen“, betont Thorsten Deinert von der Stiftung.  Normalerweise würden die Rinder einen Bogen um die bitterschmeckende Pflanze machen. Das belege  auch eine aktuelle Masterarbeit an der Hochschule Bremen.  Das Problem bleibt das Winterfutter. Rinderhalter beklagen, dass man bei zugekauftem Heu und Silage nie sicher sein könne, dass das Futter frei von JKK ist.  

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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