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Urteil oder neues Gutachten im Prozess um Mord an Rentner?

Prozesse Urteil oder neues Gutachten im Prozess um Mord an Rentner?

Zwei Männer sollen einen wohlhabenden 77-Jährigen zu Tode geprügelt haben, um ihn zu berauben. Sie sind geständig, stehen seit Ende Juni vor Gericht. Jetzt zweifeln ihre Verteidiger ein Gutachten an, so dass der Terminplan des Gerichts womöglich ins Wanken kommt.

Lübeck. Im Prozess um den Raubmord an einem 77 Jahre alten Lübecker soll heute eigentlich ein Urteil verkündet werden. Ob es aber dazu kommt oder ob die Beweisaufnahme noch einmal aufgenommen wird, ist offen. Denn die Verteidiger der beiden Angeklagten haben ein neues psychiatrisches Gutachten beantragt.

Ihre 31 und 44 Jahre alten Mandanten sollen im November 2014 einen wohlhabenden Rentner in seinem Haus zu Tode geprügelt und beraubt haben. Der Staatsanwalt hat lebenslange Haft wegen Mordes beantragt. Die Verteidiger fordern zeitlich begrenzte Haftstrafen wegen Raubes mit Todesfolge.

In ihren Plädoyers vor einer Woche hatten sie das psychiatrische Gutachten angezweifelt. Der Sachverständige hatte beide Angeklagte trotz ihrer Drogenabhängigkeit als voll schuldfähig eingestuft. Daran zweifeln die Verteidiger und fordern einen neuen Gutachter. Über diese Anträge wollten die Richter noch entscheiden.

Staatsanwalt Nils-Broder Greve hatte in seinem Plädoyer bei der Schilderung des Tatherganges von einem Gewaltexzess und Folter gesprochen. Beide Angeklagten haben nach Auffassung Greves den Tod ihres Opfers billigend in Kauf genommen. Sie ließen den hilflosen 77-Jährigen nach der Tat in seinem Haus zurück und riefen keinen Rettungswagen, um nicht entdeckt zu werden.

dpa

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