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Warnung von Verbänden

Windenergiegipfel Warnung von Verbänden

Der Ausbau der Erneuerbaren Energie und insbesondere der Windenergie ist umstritten. Mit der nächsten Reform des EEG sehen Verbände zumindest eine deutliche Verlangsamung. Der Windenergiegipfel der Nordländer am Montag in Wismar verspricht Spannung.

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Am Montag treffen sich die Nordländer zu einem Windenergiegipfel in Wismar.

Quelle: Lutz Timm

Wismar. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Bundesverband Windenergie (BWE) sehen die Energiewende an einem Scheideweg. Für einen Fehler halten beide Verbände die geplante Systemumstellung bei der Genehmigung von Anlagen, hieß es vor dem Windenergiegipfel der Regierungschefs der norddeutschen Bundesländer am Montag in Wismar. Die Bundesregierung plant, im Rahmen der nächsten Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes ab 2017 die Förderung über feste Stromvergütungen durch Ausschreibungen abzulösen, bei denen der günstigste Anbieter den Zuschlag erhält. Die daraus resultierenden höheren Kosten und Risiken für Investoren würden der Energiewende schaden, argumentieren die Verbände.

„Mit den geplanten Ausschreibungen sollen die Erneuerbaren insgesamt gedeckelt und die Windkraft an Land hart ausgebremst werden“, sagte BWE-Präsident Hermann Albers. Bürgerenergie und andere kleine Akteure hätten keine Chance mehr. Er forderte die norddeutschen Bundesländer auf, wirksame Ausnahmen für diese zentralen Akteure durchzusetzen.

Zusammen mit der Windenergiebranche, dem Arbeitgeberverband Nordmetall und der Gewerkschaft IG Metall Küste wollen die norddeutschen Länder in Wismar gemeinsame Positionen zum Ausbau der Windkraft entwickeln. Dazu wird auch der Maritime Koordinator der Bundesregierung, Uwe Beckmeyer (SPD), erwartet.

Die geplante EEG-Reform füge der Energiewende und dem Klimaschutz großen Schaden zu, betonte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Die hohe Akzeptanz für Windkraftanlagen beruhe stark auf der Teilhabe der Bürger vor Ort. Wenn Bürgerwindparks und kleinere regionale Investoren nicht mehr gewollt seien, werde ein zentraler Erfolgsfaktor der Energiewende ausgeschaltet. „Ausschreibungen sichern finanzstarken Investoren und den Energiekonzernen ihre Marktanteile. Wettbewerb sieht anders aus“, ergänzte Weiger.

Die Regierungschefs müssen bei ihrer Tagung auch mit Widerstand von Seiten der Windkraftgegner rechnen. „Wir sind enttäuscht, dass die Bürger bei der Veranstaltung draußenbleiben“, sagte Michael Roolf vom Aktionsbündnis „Freier Horizont“. Es wäre durchaus möglich, in Wismar auch mit Windkraftkritikern aus Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein in den Dialog zu kommen. Das Aktionsbündnis sehe auch weiter die Gefahr, dass die Ausbaupläne der Offshore-Windkraft in der Ostsee gegen den Willen der Anwohner und beispielsweise der Tourismusbranche weiter vorangetrieben werden.

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