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Kita-Streik wird fortgesetzt

Schleswig-Holstein Kita-Streik wird fortgesetzt

Erneut sind Erzieher auf die Straße gegangen, um für eine bessere Bezahlung zu demonstrieren. Vor allem in Kiel mussten sich Eltern nach einer alternativen Betreuung für ihre Kinder umsehen. Eine gute Nachricht für Eltern im laufenden Kita-Streik bietet der Bund der Steuerzahler.

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 Ein Schild weist an der Tür der Kindertagesstätte am Kieler Schützenpark auf die Schließung wegen eines Warnstreiks hin.

Quelle: dpa

Hamburg/Kiel . Rund 1500 Mitarbeiter kommunaler Kitas in Schleswig-Holstein haben am Montag wieder die Arbeit niedergelegt. Zwischen 120 und 150 Einrichtungen seien betroffen gewesen, sagte der Sprecher von Verdi-Nord, Frank Schischefsky. Erneut mussten sich viele Eltern nach alternativen Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder umsehen. Dennoch sei die Unterstützung sehr groß, sagte Schischefsky. Dies sei auch sehr wichtig für die Erzieher, die ja doch ein besonderes Verhältnis zu „ihren“ Familien hätten. Auch Sozialzentren und Jugendämter wurden in einigen Kommunen bestreikt.

Zu einer gemeinsamen Kundgebung der Gewerkschaften Verdi, GEW und Komba in Pinneberg wurden am Mittag rund 100 Teilnehmer erwartet. Der GEW-Landesvorsitzende Matthias Heidn sagte, die Streiks seien gerechtfertigt. Die Anforderungen im gesamten sozialen Bereich seien stark gestiegen, dies werde auch von vielen Politikern anerkannt. Allein, es schlage sich nicht auf die Bezahlung aus, sagte Heidn.

Für den 18. Mai ist nach Angaben von Schischefsky eine Kundgebung mit Streikenden aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg Vorpommern in Lübeck geplant. Es würden weit mehr als 1000 Teilnehmer erwartet. Er hoffe, dass die Aktionen dazu beitragen, dass die Arbeitgeber ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen, sagte Heidn.

Eine gute Nachricht für Eltern im laufenden Kita-Streik bietet der Bund der Steuerzahler in Hamburg: Er weist in einer Mitteilung darauf hin, dass Arbeitgeber Kosten, die Arbeitnehmern für eine kurzfristige Betreuung von Kindern entstehen, bis zu 600 Euro je Arbeitnehmer und Jahr steuer- und sozialabgabenfrei übernehmen können. Da viele Arbeitgeber Interesse daran hätten, dass Beschäftigte nicht wegen des Streiks Urlaub nehmen müssen, „werden sie im Zweifel bereit sein, die Kosten zu übernehmen.“ Der Flughafen Hamburg geht einen anderen Weg: Er betreut die Kinder seiner Mitarbeiter während des Streiks täglich kostenlos im „Terminal Tango“, dem früheren Urlaubsflug-Terminal.

Die Gewerkschaften fordern eine finanzielle Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe unter anderem durch eine höhere Eingruppierung. Nach Darstellung der kommunalen Arbeitgeber sind die Forderungen nicht bezahlbar.

Insgesamt gibt es nach Angaben des schleswig-holsteinischen Sozialministeriums im Land 1723 Kindertageseinrichtungen. Davon befinden sich 373 in kommunaler Trägerschaft.

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Foto: In Kiel machten etwa 650 Demonstranten ihrer Wut bei einem Marsch vom Gewerkschaftshaus zum Rathausplatz Luft.

Viele Kitas in Schleswig-Holstein sind am Freitag geschlossen geblieben. Die Erzieher und Erzieherinnen beteiligten sich an unbefristeten Streiks. Nicht nur in Städten wie Kiel, Lübeck, Flensburg, Neumünster und Bad Segeberg, sondern auch in kleineren Orte waren tausende Eltern gezwungen, sich nach Betreuungsalternativen für ihre Kinder umzusehen.

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