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Wirbel um vermeintlichen Dieb

Werbekampagne der Polizei Wirbel um vermeintlichen Dieb

Eine Imagekampagne der Hamburger Polizei sorgte im vergangenen Jahr für Wirbel - weil ein Model auf den Werbeplakaten als Dieb verdächtigt wurde. Vor Gericht stellte sich jetzt aber heraus: Der 26-Jährige hielt nur den Kopf für den wahren Täter hin.

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Model hielt Kopf für wahren Täter hin.

Quelle: Malte Christians

Hamburg. Das Landgericht sprach ihn daher am Freitag frei, wie Oberstaatsanwalt Wilhelm Möllers sagte. Der Mann komme nach Ansicht des Gerichts höchstens als Mittäter in Betracht. "Er hat die Schuld auf sich genommen und sollte dafür Geld bekommen", erklärte Möllers.

Der eigentliche Dieb soll ein 23 Jahre alter Mann sein. "Er hatte Angst, dass seine Einbürgerung gefährdet würde", sagte Möllers. Der 23-Jährige wird verdächtigt, einer Bekannten Ende Juli 2011 nach einem Besuch auf dem Kiez einen Briefumschlag mit 500 Euro Bargeld aus der Handtasche geklaut zu haben - und zwar in seiner eigenen Wohnung. Er war damals mit mehreren Leuten dort, unter anderem dem Diebstahlsopfer und dem vermeintlichen Dieb.

Das Amtsgericht Hamburg-Altona hatte den 26-Jährigen im Mai zunächst wegen Diebstahls verurteilt - zu einer Verwarnung mit Strafvorbehalt. Das bedeutet im Prinzip, dass eine Geldstrafe zur Bewährung ausgesetzt wird. Bei der Berufungsverhandlung vor dem Landgericht habe ein Zeuge nun aber die wahre Geschichte erzählt, berichtete Möllers. Er habe auch SMS-Nachrichten präsentiert, die seine Variante bestätigt hätten. Dem 26 Jahre alten vermeintlichen Dieb droht nun ein Verfahren wegen Strafvereitelung.

Mit der Plakatkampagne "Gesucht! Gefunden!", für die eigens Fotomodels engagiert worden waren, wollte die Polizei für ihre Arbeit werben und Nachwuchs anlocken. Im Dezember wurden die Poster mit dem Gesicht des 26-Jährigen jedoch abgehängt und eingestampft - nachdem eine Frau ihn als vermeintlichen Dieb angezeigt hatte. Die Werbeaktion wurde neu aufgelegt. "Es ist bedauerlich, dass er nicht sofort den Sachverhalt klargestellt hat", sagte Polizeisprecher Mirko Streiber. "Dann hätten wir sehr gern mit ihm weitergeworben - und er müsste sich keinem Verfahren wegen Strafvereitelung stellen."

dpa

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