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Sofi-Spektakel meist getrübt

So erlebt der Norden die Sonnenfinsternis Sofi-Spektakel meist getrübt

Dunkelheit am Vormittag: Die Sonnenfinsternis war über Norddeutschland deutlich zu spüren, aber vielerorts wegen einer Wolkendecke nicht zu sehen. In Lübeck hatten die Freunde der Finsternis mehr Glück als ein Königspaar in Hamburg.

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 Britta Wirth, Sabine Köhn und Anton Butting verfolgen auf dem Plöner Marktplatz die Sonnenfinsternis.

Quelle: Schekahn

Kiel. Bei der Beobachtung der Sonnenfinsternis hat das Wetter vielen Hobby-Astronomen im Norden einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wolken und Nebel verhinderten in weiten Teilen Schleswig-Holsteins und Hamburgs die Sicht auf die Sonne. Wer Glück hatte, konnte am Freitagvormittag beobachten, wie der Mond die Sonne zu einer Sichel verkleinerte. Das Interesse an dem Naturschauspiel war überall riesengroß.

In Kiel stiegen mehr als 400 Menschen auf das Dach des ehemaligen HDW-Gebäudes, um von der Sternwarte der Fachhochschule aus einen Blick in den Himmel zu werfen. Doch Kiel lag unter einer dichten Wolkendecke, so wie auch Neumünster und die Westküste. Wer trotzdem auf einen Blick zur Sonne hoffte, musste sich warm anziehen. Der Tag begann nach Auskunft des Deutschen Wetterdienstes in Schleswig-Holstein verbreitet frostig bei -3 Grad. In Neumünster betrug die Temperatur auch um 9.00 nur ein Grad über null. Der Temperaturabfall vielerorts am Vormittag sei sicherlich eine Mischung aus beiden Effekten — Verdunkelung der Sonne und Aufzug von Hochnebel - gewesen, sagte eine DWD-Meteorologin.

Auch das niederländische Königspaar wagte während seines Besuchs an der Elbe einen Blick in die Sonne. Der Wolkenschleier über Hamburg-Altona riss gelegentlich auf, so dass Máxima und Willem-Alexander durch ihre Schutzbrillen die Sonnenfinsternis sehen konnten. Auf der anderen Elbseite herrschte dichter Nebel und brachte auch die Airbus-Mitarbeiter um die Himmelsbeobachtung, wie eine Unternehmenssprecherin sagte. Im Norden Hamburgs war es teilweise möglich, die Sonnenfinsternis dank des Wolkenschleiers mit bloßem Auge zu betrachten.

Zahlreiche Schulklassen besuchten die Sternwarte in Hamburg-Bergedorf und das Planetarium im Stadtpark. In Bergedorf konnten rund 300 Besucher das Phänomen gut beobachten. Das Planetarium zählte rund 2500 Neugierige, die auf und vor dem Gebäude standen. Anfangs sei die Sonnenfinsternis noch gut zu sehen gewesen und alle Interessierten hätten durch Schutzbrillen die schrumpfende Sonne sehen können, sagte Geschäftsführer Michael Jenke.

Am nördlichsten Punkt Deutschlands, in List auf Sylt, wo die Sonne mit rund 83 Prozent am stärksten verdunkelt wurde, verhinderte die dichte Wolkendecke jede Beobachtung. Vor dem Schwimmbad von Glücksburg bei Flensburg versammelten sich trotz des bedeckten Himmels mehrere Dutzend Interessierte, um doch noch einen Blick auf die Sonne zu erhaschen. Pünktlich gegen 10.40 Uhr lichteten sich die Wolken leicht und man konnte kurz die Sonnenfinsternis sehen.

Großes Glück hatten die Lübecker Hobby-Astronomen. „Es war wunderbar, es war perfekt“, sagte Felicitas Rose vom Trägerverein der Sternwarte Lübeck. 400 bis 500 Menschen, darunter auch mehrere Schulklassen, waren gekommen. Vereinsmitglieder hatten Teleskope aufgebaut, durch die Neugierige schauen durften. „Die Besucher waren begeistert“, sagte Rose. Ähnlich gute Sicht bot sich den Freunden der Finsternis nach DWD-Angaben in den Kreisen Herzogtum Lauenburg und Stormarn sowie in Teilen von Segeberg und im Süden Ostholsteins.

Die Warnungen vor dem direkten Blick in die Sonne — sofern überhaupt möglich — wurden offenbar befolgt. Weder in die Augenklinik noch in die Notfallaufnahme des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf wurde ein Patient wegen einer zu ausgiebigen Sonnenfinsternis-Beobachtung gebracht.

Hier gab es spezielle Aktionen zur Sonnenfinsternis:

Großes Glück hatten die Lübecker Hobby-Astronomen. „Es war wunderbar, es war perfekt“, sagte Felicitas Rose vom Trägerverein der Sternwarte Lübeck. 400 bis 500 Menschen, darunter auch mehrere Schulklassen, waren gekommen. Vereinsmitglieder hatten Teleskope aufgebaut, durch die Neugierige schauen durften. „Die Besucher waren begeistert“, sagte Rose. Ähnlich gute Sicht bot sich den Freunden der Finsternis nach DWD-Angaben in den Kreisen Herzogtum Lauenburg und Stormarn sowie in Teilen von Segeberg und im Süden Ostholsteins.

Die Warnungen vor dem direkten Blick in die Sonne — sofern überhaupt möglich — wurden offenbar befolgt. Weder in die Augenklinik noch in die Notfallaufnahme des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf wurde ein Patient wegen einer zu ausgiebigen Sonnenfinsternis-Beobachtung gebracht.

Es war DAS Naturspektakel der letzten Jahre: Die partielle Sonnenfinsternis hat Deutschland in ihren Bann gezogen. Im Norden war der Himmel teils von dicken Wolken verdeckt, im südlichen und östlichen Schleswig-Holstein hatten viele Zuschauer aber freie Sicht auf "Sofi". Wir zeigen die schönsten Aufnahmen.

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Ein Artikel von
KN-online (Kieler Nachrichten)

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Wissenschaft
Blick auf die Sonnenfinsternis über Svalbard in Norwegen.

Himmelsschauspiel zum Frühlingsanfang: Bei meist schönstem Wetter haben Millionen von Menschen in Europa am Freitagvormittag die Sonnenfinsternis verfolgt. Viele beobachteten durch gerade noch erhaschte "Sofi"-Brillen, wie der Neumond sich langsam vor die Sonne schob.

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