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Zu Ostern ist der Spargel reif

Schleswig-Holstein Zu Ostern ist der Spargel reif

Rund drei Wochen früher als im langjährigen Mittel hat die Spargelsaison begonnen. Der Grund dafür ist der milde Winter ohne starken Bodenfrost und ein überdurchschnittlich warmer März. Schleswig-Holstein ist also bereit für die Ernte des gesunden Gemüses.

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Christoph Donath-Totzke vom Lindenhof in Preetz präsentiert vier Wochen früher als noch im Jahr zuvor den ersten Spargel.

Preetz/Padenstedt. Auch in Preetz sind auf dem Lindenhof in der Feldmark vergangene Woche die Erntehelfer ausgerückt, seitdem sind sie unermüdlich im Einsatz. „Das ist schon ungewöhnlich früh, voriges Jahr waren wir vier Wochen später dran“, sagt Christoph Donath-Totzke vom Lindenhof. Und auch wenn das Wetter in den letzten Tagen sehr nass war, langfristig sei das gut.

 Geerntet werde zurzeit die holländische Frühsorte Gijnlim, etwa 300 Kilo pro Tag holen die zwölf Spargelstecher jetzt jeden Tag aus der Erde. Drei Tonnen dürfen es in der Hochphase auf den insgesamt 25 Hektar Anbaufläche gerne sein, so Donath-Totzke. Dann seien um die 30 Helfer, allesamt aus Polen und viele wiederholt, auf den Feldern im Einsatz. Eine Prognose sei trotz des frühen Beginns der Ernte dennoch schwer, sagt der Gartenbauingenieur. „Die Spargelsaison läuft mindestens 60 Tage, da kann viel passieren.“ Zufrieden ist er jedenfalls mit der Qualität des königlichen Gemüses. „Die ist top“, sagt er.

 Drei Wochen früher als üblich kann sich auch der Padenstedter Spargelbauer Andy Reimers freuen. „Wir haben schon am 30. März angefangen zu ernten, das gab es so eigentlich noch nie“, sagt der Landwirt, der den Marienhof mit seinem Vater Bernd Reimers bewirtschaftet. „In der Regel beginnt die Ernte Mitte April.“ Vier polnische Saisonhilfskräfte arbeiten schon auf den Feldern mit einer Gesamtfläche von etwa 20 Hektar. Zum Hauptgeschäft rund um Pfingsten wird die Helfertruppe auf 20 wachsen.

 „Zum Start ernten wir nur auf zehn Prozent unserer Fläche“, so der 35-jährige Familienvater. Auf etwa acht Hektar wächst sein Spargel nämlich unter Folientunneln. Anders als unter der üblichen Spargelfolie, bietet der Tunnel bessere Bedingungen durch ein Luftpolster. Das sorgt dafür, dass der Erddamm, in dem in 40 Zentimeter Tiefe die Pflanze steckt, über Nacht weniger schnell abkühlt. Die Idealtemperatur von zwölf bis 15 Grad Celsius, bei der das Wachstum der Triebe beginnt, bleibt länger erhalten. „Bei etwa 18 Grad schießen sie dann richtig raus, dann können wir stechen, stechen, stechen.“

 Auf der übrigen Fläche arbeitet Reimers mit normaler Folie, hier ist der Spargel aber noch nicht so weit. „Jetzt ernten wir etwa 100 Kilo pro Tag“, so der Spargelhof-Chef. Das sei nur ein Bruchteil dessen, was er zur Haupternte aus dem Boden holen könne. „Ob es ein besonders gutes Jahr wird, kann ich erst sagen, wenn es vorbei ist“, meint er vorsichtig.

 Die Saison von normalerweise 60 Tagen, dauere dieses Jahr vielleicht 80 bis 90 Tage. Schluss ist traditionell am Johannitag am 24. Juni. Für April sei die Erntemenge allerdings noch eher mäßig. „Wir stechen jetzt nur in den Tunnelanlagen. Die haben wir, um früh präsent zu sein.“ Den Hauptertrag wird Reimers aus den Foliendämmen erzielen.

 Auf Reimers Feldern wachsen keine ertragreichen holländischen Sorten, sondern alte deutsche. Die würden nicht immer so ganz gerade wachsen, seien aber wesentlich intensiver im Geschmack. Die knackfrischen Spargelstangen gibt es beispielsweise auf den Kieler Wochenmärkten auf Blücher- und Exerzierplatz zu kaufen.

Von Andreas Jacobs und Nora Saric

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Ein Artikel von
KN-online (Kieler Nachrichten)