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Zustellprobleme: Die Post reagiert

Schleswig-Holstein Zustellprobleme: Die Post reagiert

Privatleute und Geschäftskunden in Schleswig-Holstein stöhnen seit Monaten über unzuverlässige Zustellungen von Briefen, Zeitungen und Werbung. „Alles wieder glatt“, verkündete ein optimistischer Sprecher der Deutschen Post Ende Juni. Davon merken die Betroffenen Mitte Juli aber noch nichts. Jetzt sucht die Post weitere Zusteller.

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Personalnot bei der Deutschen Post: Jetzt werden neue Zusteller gesucht

Quelle: dpa

Kiel/Eckernförde. Nina Steffen wohnt auf einem Hof zwischen Höhndorf und Schönberg. Dort wartete sie Ende Juni eine Woche lang vergeblich auf wichtige Post wie Bewerbungsunterlagen und Krankengeldanträge, die zeitnah beantwortet werden müssen. „Am Freitag kam dann ein ganzer Haufen, ein Wäschekorb voll Post“, erzählt sie. Am 3. und 4. Juli lag wieder nichts im Briefkasten. Nicht nur im Kreis Plön, auch in Kappeln, in Rendsburg und Eckernförde kommt die Post teils um Tage verspätet. Geschäftskunden wie die Anders Immobilien KG in Hohenfelde, die an einem normalen Werktag zwischen 20 und 40 Briefen erhält, registrieren schnell: Es gibt Tage, da kommt nichts an.

„Ein außergewöhnlich hoher Krankenstand macht uns derzeit Probleme“, sagt Maike Wintjen, Sprecherin der Deutschen Post Hamburg. „Viele Stammzusteller sind geplant im Urlaub, aber etliche Saisonkräfte sind – teils aktuell und akut – ausgefallen. Damit kann man nicht rechnen“, sagt sie. Orientierungspunkt für die diesjährige Sommerplanung sei die Aufstellung im Vorjahr gewesen. „Es sind allerdings in diesem Jahr explosionsartig mehr Kranke“, erklärt Wintjen, warum die Planung nicht aufgeht. Natürlich unterliegen auch die Saisonkräfte den Arbeitsschutzbestimmungen – wenn zehn Stunden erreicht seien, machen sie Feierabend. Wenn dann noch Briefe in der Posttasche steckten, dann könnten sie nicht mehr pünktlich zugestellt werden.

Die Deutsche Post stellt täglich mehrere 1000 Briefe zu. Doch nicht allerorts kommt der Briefträger auch jeden Tag vorbei.

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In den Kieler Nachrichten vom 30. Juni hatte Martin Grundler, Sprecher der Deutschen Post Hamburg, noch optimistisch verkündet: „Jetzt ist wieder alles glatt.“ Das erleben die Menschen vor Ort anders: „Von wegen alles glatt. Es wurde noch schlimmer“, meint Horst Zachow aus Eckernförde. „An mindestens drei Werktagen der ersten Juli-Woche gab es bei uns keine Postzustellung.“

Jetzt – da sich Briefe in den Taschen der Zusteller und Beschwerden am Servicetelefon häufen – reagiert die Deutsche Post mit einer gezielten Mitarbeitersuche, schaltet Anzeigen und eine Telefonhotline. Auch in Kiel werden Beschwerden über Unregelmäßigkeiten laut, die Stadt gehört aber nicht zum akuten Problemgebiet. Zunächst werden für Rendsburg, Eckernförde und Kappeln zehn Kräfte, für Schönberg, Höhndorf und Hohenfelde 15 neue Mitarbeiter gesucht. Doch sie müssen – sofern sie überhaupt gefunden werden – noch professionell eingearbeitet werden. Schließlich soll der richtige Brief im richtigen Kasten landen, und das künftig pünktlich…

Für die Suche nach neuen Mitarbeitern hat die Deutsche Post eine Hotline eingerichtet: Für den Kreis Rendsburg-Eckernförde können sich Interessierte unter Tel. 0461/14 55 312 von 10-14 Uhr an Werktagen bis Dienstag, 17. Juli, melden, für den Kreis Plön unter Tel. 0431/71 812950 werktags von 10-14 Uhr.

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