16 ° / 14 ° wolkig

Navigation:

Ahrensburger Serie Zwei Brandstifter müssen ins Gefängnis

Das Amtsgericht Ahrensburg hat zwei junge Männer wegen Brandstiftungen zu Haftstrafen verurteilt. Ein 17 Jahre alter Angeklagter wurde unter Einbeziehung von zwei früheren Rechtsprechungen mit einer Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten ohne Bewährung belegt, sein 20 Jahre alter Mittäter mit einer Haftstrafe von zwei Jahren, teilte das Gericht am Montag mit.

Voriger Artikel
Kieslaster kippt um: Radfahrerin rettet sich mit Sprung
Nächster Artikel

Vom Herbst 2013 (Foto) bis Ende 2014 sorgten mehrere Großbrände rund um Ahrensburg für Unruhe. Meist brannten Strohlager, Kleingärten oder Carports.

Quelle: RTN

Ahrensburg. Wegen ihres Alters fand der Prozess vor dem Jugendschöffengericht unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die Angeklagten hatten zwischen Juli und Oktober 2014 in der Umgebung von Ahrensburg in vier Fällen Strohlager und einen Dunghaufen angezündet. Vier Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Ahrensfelde hätten sie mit den Brandstiftungen beauftragt, gaben die beiden Jugendlichen an. Auch gegen das Quartett soll Anklage erhoben werden. Bei den vier Bränden wurde niemand verletzt, es entstand ein Schaden von 71000 Euro.

 Die Feuerserie begann bereits im Herbst 2013. Innerhalb weniger Wochen gab es laut Polizei in der Region einen starken Anstieg der Zahl von Bränden. Strohmieten, Carports, Altkleidercontainer und Gartenlauben gingen in Flammen auf. Insgesamt gab es im betreffenden Zeitraum 153 Brände im Bereich Ahrensburg. Bei 117 Bränden ermittelte die eingerichtete Ermittlungsgruppe der Kripo Ahrensburg Brandstiftung als mögliche Ursache. Bei diesen Feuern entstand nach Angaben der Feuerwehr ein Gesamtschaden von 3,5 Millionen Euro. Wie viele der Brände auf das Konto der zündelnden Kollegen gehen, ist jedoch noch offen.

 Die Ermittlungsgruppe hatte schon früh Ansätze verfolgt, bei denen Feuerwehrangehörige ins Visier gerieten. Als die sechsköpfige Sonderkommission ihre Recherchen bei der Feuerwehr Ahrensfelde intensivierte, kam es zu einigen Auffälligkeiten. Zum einen verwickelten sich die unter Verdacht gekommenen Feuerwehrleute in Widersprüche, zum anderen riss die Brandserie ab. Offenbar wurde den Brandstiftern das eigenhändige „Zündeln“ zu heiß, vermutete die Polizei. Die Männer heuerten stattdessen gegen Geld die jetzt Verurteilten an.

 Der aus Hamburg stammende 20-Jährige wurde am 1. Dezember 2014 durch Einsatzkräfte des Spezialeinsatzkommandos Schleswig-Holstein in seiner Wohnung festgenommen. Neun Tage später griff die Polizei auch beim 17 Jahre alten zweiten Brandstifter zu.

 Bei dem Duo fanden die Fahnder Beweismittel wie Brandbeschleuniger, Funkgeräte, Böller und außerdem Zeitungsausschnitte über die Brandeinsätze der Feuerwehr. Beide Brandstifter bekamen von den Ahrensburger Feuerwehrleuten für die Taten etwas Geld. Die Brandstiftungen wurden von Männern teilweise eingeräumt. Die Polizei konnte ihnen auch noch einen Auto-Diebstahl in Trittau nachweisen.

 Die Ermittlungen gegen die vier Feuerwehrleute im Alter von 19 bis 21 Jahren aus Ahrensfelde laufen indes weiter. Wann der Prozess gegen die Tatverdächtigen beginnt, steht noch nicht fest. Wie viele Brände tatsächlich auf das Konto der vier Feuerwehrleute und der beiden jetzt verurteilten Auftragsbrandstifter gehen, wird sich vermutlich erst im Laufe des Prozesses herausstellen. Einer der Feuerwehrleute soll das Anzünden von Strohballen im Oktober 2013 nach Angaben der Polizei bereits gestanden haben. Dabei verbrannten 500 Ballen. Der bei diesem Großfeuer entstandene Sachschaden belief sich auf 32000 Euro.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

Mehr zum Artikel
Nach Brandserie in Ahrensburg
Foto: Immer wieder sorgen Feuerwehrleute als Brandstifter für Schlagzeilen.

Immer wieder sorgen Feuerwehrleute als Brandstifter für Schlagzeilen. Doch ist der Anteil von Feuerwehrleuten unter Brandstiftern wirklich so hoch? Können sich Feuerwehren gegen zündelnde Kameraden in den eigenen Reihen schützen? Der Sprecher des Landesfeuerwehrverbandes, Holger Bauer, rückt das Bild zurecht.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten: Norddeutschland 2/3