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Land will den Schutz vor Einbrechern fördern

1,6 Millionen Euro bis 2018 Land will den Schutz vor Einbrechern fördern

Kampf gegen kriminelle Einbrecherbanden geht die Landesregierung jetzt neue Wege: Mit einem Förderprogramm sollen Haus- und Wohnungseigentümer, die in zusätzliche Sicherheitstechnik investieren, finanziell mit bis zu 1600 Euro unterstützt werden.

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Damit es die Täter schwer haben, wird vor allem der Einbau von einbruchshemmenden Haus- und Wohnungstüren, Sicherheitsfenstern, Gittern und Rollläden sowie Alarmanlagen gefördert.

Quelle: Silas Stein/dpa

Kiel. 1,6 Millionen Euro will das Land bis 2018 bereitstellen. „Wir geben den Eigentümern von selbst genutztem Wohnraum ein wichtiges Instrument an die Hand, um sich vor Einbrechern zu schützen“, sagte Innenminister Stefan Studt (SPD) am Mittwoch. Sicherheit dürfe nicht am fehlenden Geld scheitern. „Das Förderprogramm richtet sich daher gezielt an Menschen, die sich entsprechende Investitionen sonst nicht leisten könnten“, argumentierte Studt.

 Gefördert wird vor allem der Einbau von einbruchshemmenden Haus- und Wohnungstüren, Sicherheitsfenstern, Gittern und Rollläden sowie Alarmanlagen. Bis zu 20 Prozent will sich das Land an den Investitionskosten beteiligen, wenn sie über dem Mindestbetrag von 2000 Euro liegen. Maximal 1600 Euro soll es pro Objekt geben. Feste Einkommensgrenzen gibt es nicht. Das Förderprogramm gilt ausschließlich für Eigentümer von Bestandsbauten, nicht für Neubauprojekte und Mieter. Anträge können ab sofort bei der Investitionsband Schleswig-Holstein gestellt werden. Studt sicherte zu, dass die Bearbeitung unbürokratisch ablaufen soll. Nach maximal 14 Tagen soll das Verfahren abgeschlossen sein.

 Erfreulich sei die Entwicklung bei den Einbruchszahlen: 4735 Fälle wurden dem Landeskriminalamt in den ersten neun Monaten gemeldet – 787 weniger als im Vorjahreszeitraum. „Seit Juli haben wir den niedrigsten Stand an Fällen seit fünf Jahren“, sagte Studt. Mehr als 80 Serieneinbrecher konnten 2016 festgenommen werden. „Zweifelsohne ist dies nur eine Momentaufnahme, die Trends machen aber Hoffnung“, so der Minister. Er sei davon überzeugt, dass das Wohnungseinbruchskonzept der Landespolizei Früchte trage. Dennoch dürfe im Kampf gegen professionelle Tätergruppen nicht nachgelassen werden: Neben zusätzlichem Personal in der Kriminaltechnik, die bis Jahresende von 118 auf 144 Mitarbeiter aufgestockt werde, sei das Förderprogramm ein zweiter Baustein.

 CDU-Polizeipolitiker Axel Bernstein bezeichnete das Förderprogramm der Landesregierung als „durchsichtiges Manöver“, im beginnenden Wahlkampf zu punkten. „Angesichts der hohen Einbruchszahlen hätte man so ein Programm schon in den vergangenen Jahren starten können“, sagte Bernstein. Überdies gebe es bereits ein vergleichbares Konzept des Bundes. „Wohnungseigentümer hätten mehr davon gehabt, wenn der Innenminister geschaut hätte, wie er das bestehende Programm ergänzen könnte“, sagt der CDU-Politiker. Nach Ansicht der FDP greifen die Pläne nicht weit genug: „Zum einen müssen neben Bestandsbauten auch private Neubauvorhaben gefördert werden, zum anderen müsste die Mindest-Investitionssumme gesenkt werden, damit sich auch ältere und finanziell schwächere Menschen Sicherheitstechnik leisten können“, verlangte Innenexperte Ekkehard Klug.

 Studt will von Wahlkampfgeschenken nichts wissen: „Wir wollten das Programm zu Beginn der dunklen Jahreszeit starten.“ Er stehe hinter dem Förderprojekt: „Ich denke, dass dies bei den Menschen auch genau so ankommen wird.“

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Ein Artikel von
Bastian Modrow
Lokalredaktion Kiel/SH

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