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Fahrbahn wächst 800 Meter am Tag

A7-Baustelle Fahrbahn wächst 800 Meter am Tag

Die Zeit der Vorbereitungen ist vorbei. Auf den Bauabschnitten der Autobahn 7 tut sich eine Menge – die Zeit drängt auch. Denn spätestens mit Einbruch der Frostperiode kann es zu Unterbrechungen der Arbeiten kommen.

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Die riesige Fertigungsmaschine verarbeitet den Beton für die neue Fahrbahn der A 7.

Quelle: Frank Behling

Großenaspe. Doch von Stillstand ist in diesen Tagen nichts zu sehen, im Gegenteil. An zwei Stellen arbeiten sich sogenannte Beton-Fertiger im Schritt-Tempo von Süden nach Norden. 800 Meter Fahrbahn tragen die großen Maschinen innerhalb von 24 Stunden auf. Gearbeitet wird in zwei Schichten am Tag.

„Es geht sehr gut voran. Wir konnten sogar zwei Wochen früher beginnen, als wir zunächst gedacht hatten“, sagt Christian Merl, Sprecher der Projektgesellschaft Via Solutions Nord (VSN). Seit Ende September sind die Maschinen im Einsatz und damit endete auch die Zeit, in der entlang der Strecke zwischen dem Autobahnkreuz Bordesholm und Hamburg nur vereinzelt Arbeiter zu sehen waren. „Jeden Tag, an dem wir arbeiten können, versuchen wir zu nutzen“, sagt Merl.

Temperaturschwankungen machen der Fahrbahn zu schaffen

Ab Minus fünf Grad und bei Dauerregen müssen die Arbeiten unterbrochen werden. Ist das Wetter jedoch gut, wird mit allen Kräften gearbeitet. Die Beton-Fertiger bewegen sich auf Raupen an der Fahrbahn entlang. Lastwagen fahren das Material von den Mischwerken heran und schütten es in Auffangbehälter der Anlage. Die erste Schicht mit dem Unterbeton, die aus der Mega-Maschine kommt, ist etwas gröber. Etwa fünf Meter dahinter folgt der zweite Teil der Maschine, die den feineren Beton für die Fahrbahndecke aufträgt. „Zum Schluss wird dann Wachs auf den frischen Beton gesprüht. Diese weiße Emulsion sorgt für ein gleichmäßiges Aushärten“, sagt Merl. Nach etwa 500 Metern wird das Wachs wieder von Kehrmaschinen abgebürstet. Erst danach beginnt der Feinschliff an der Fahrbahn. Fugen werden eingefräst, die bei Temperaturschwankungen ein Aufplatzen der Fahrbahn verhindern sollen. Die Fugen erlauben das spannungslose ausdehnen der Fahrbahn bei Sommerhitze.

Warum Beton statt Asphalt?

Die Betonschicht liegt auf einem stabilen Untergrund, der in den ersten Monaten der Arbeiten so verbreitert wurde, dass die zusätzliche Fahrspur plus Standstreifen Platz haben. Warum aber überhaupt Beton statt wie vorher Asphalt? „Beton ist deutlich langlebiger. Wir gehen von einer Lebensdauer von 30 Jahren aus“, sagt Merk. Da Betonfahrbahnen aber auch lauter als Asphalt sind, wird es an einigen Stellen der 70 Kilometer langen Baustelle auch zukünftig eine Asphaltdecke geben. „Überall dort, wo Anwohner in der Nähe sind, wird offenporiger Belag aufgetragen. Dieser Flüsterasphalt reduziert die Lärmemissionen“, sagt Merl. Da die Fahrbahnarbeiten gut vorangehen, könnten bereits im Laufe des Herbstes im kommenden Jahr die ersten Bauabschnitte freigegeben werden. Dazu gehört auch der Abschnitt zwischen Bordesholm und der Anschlussstelle Neumünster-Mitte.

Das sind die wichtigsten Verkehrsprojekte zurzeit in Schleswig-Holstein:

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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