19 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Ist die A7-Baustelle eine Unfallfalle?

Zwischenbilanz Ist die A7-Baustelle eine Unfallfalle?

Zwei umgestürzte Schweinelaster, und auch am Dienstag staute sich der Verkehr über Kilometer, nachdem ein Lkw auf der Höhe Neumünster-Nord in den Graben rutschte. Die Wut der Autofahrer ist stets enorm. Gefährlicher ist die A7 in der Bauphase allerdings nicht geworden.

Voriger Artikel
Drei Verletzte bei Lkw-Unfall
Nächster Artikel
Geldautomaten gesprengt

Die Spurbreiten sind auf der A7-Baustelle im Vergleich zur Mindestgröße deutlich erhöht. Einen Lkw zu überholen, wird so einfacher.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Zahlen der Landespolizei scheinen das auf den ersten Blick zu bestätigen: 595 Unfälle gab es vor Baubeginn im Jahr 2014 auf dem Autobahnteil, der jetzt erneuert wird, 795 im Jahr 2015 und 741 im vergangenen Jahr. Doch im Detail betrachtet, steigt vor allem die Zahl der Unfälle nach geringfügigen Verstößen im Verkehr. Nach Baubeginn häuften sich die „in Teilen deutlich“, sagt Landespolizeisprecher Jürgen Börner.

Baugesellschaft und ADAC zufrieden

Dennoch ist das Baukonsortium Via Solutions Nord mit dem Verlauf bisher sehr zufrieden. Die für das privat-öffentliche Projekt gegründete Gesellschaft geht davon aus, mit deutlich mehr Platz bestmöglich vorgesorgt zu haben: Auf der rechten Spur stehen in Baubereichen 3,25 Meter zur Verfügung, also 25 Zentimeter mehr als verlangt – und links mit 2,85 Metern 35 Zentimeter mehr. „So passieren deutlich weniger Angstunfälle“, so Zettel. „Jeder kennt das – rechts so ein Riesenbrummi – da weiß man nicht, ob man vorbeipasst.“ Die Zahl der Verletzten ist innerhalb des Gesamtbaubereichs allerdings deutlich zurückgegangen: 2014 waren es noch 207 leicht Verletzte, 2015 dann 144 und 2016 dann 147. Das sei grundsätzlich auf die höhere Aufmerksamkeit zurückzuführen, so Börner. Auch die Zahl der Schwerverletzten stieg nicht merklich an. In jedem Jahr seit Baubeginn starb bisher ein Mensch.

Gefährlich sind laut Polizei die Meter unmittelbar vor der Bautätigkeit. Dort wird die Geschwindigkeit von 120 auf 80 Kilometer pro Stunde reduziert. „In den Bereichen häufen sich die Auffahrunfälle in den Staubereichen“, sagt Börner. Deshalb blitze die Polizei verstärkt. "Bei jedem Stauende besteht natürlich die Gefahr, dass jemand unaufmerksam ist“, sagt Stefan Schwarz, Geschäftsführer des ADAC in Schleswig-Holstein. Die A7-Baustelle falle ihm dabei allerdings nicht besonders auf: „Dafür, dass das eine so große und intensive Baustelle ist, sind die Unfallzahlen erfreulich gering.“

Mehr in der Mittwochausgabe der Kieler Nachrichten

Unfallstatistik Ausbau A7
Create column charts

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Niklas Wieczorek
Lokalredaktion Kiel/SH

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Das THW-Magazin

Erfahren Sie mehr!
Einblicke hinter die
Kulissen des THW-Kiel

Anzeige
ANZEIGE
Mehr aus Nachrichten: Schleswig-Holstein 2/3