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Reinigungskräfte am häufigsten krank

AOK-Gesundheitsreport Reinigungskräfte am häufigsten krank

Wie oft Schleswig-Holsteiner am Arbeitsplatz fehlen, hängt stark vom Job ab, aber auch vom Wohnort. Das zeigen Auswertungen der Krankenkasse AOK Nordwest, Barmer GEK und der TK für das Jahr 2014. Statistisch gesehen haben Reinigungskräfte in Neumünster das höchste Ausfallrisiko.

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Reinigungskräfte, Gerüstbauer und Busfahrer im Norden sind mit 30 Tagen im Jahr am häufigsten krank.

Quelle: dpa/ Archiv

Kiel. Insgesamt ist das Risiko am höchsten, wo Menschen körperlich arbeiten und ein hohes Risiko für Muskel-Skelett-Erkrankungen haben. Bei der AOK-Statistik sind das an erste Stelle die Reinigungskräfte mit 30, 4 Fehltagen, gefolgt von Gerüstbauern (29,6) und Busfahrern (29,4). Am seltensten meldeten sich Ärzte (5 Fehltage) und Schleswig-Holsteiner krank, die im Marketing und der Informationstechnik arbeiteten. Bei den Auswertungen der anderen Kassen, die bundesweit gelten, sind die Erwerbstätigen in den Verkehr- und Lagerberufe, Metallberufe, Bauberufe und ebenfalls Tätigkeiten in der Reinigungsbranche am meisten krank.

„Unsere Ergebnisse machen deutlich, welchen spezifischen Krankheitsrisiken die Beschäftigten mit ihren jeweiligen beruflichen Situationen ausgesetzt sind. Deshalb sollten Präventionsangebote in den Betrieben immer speziell auf die jeweilige Berufsgruppe bezogen werden, um erfolgreich sein zu können", sagte gestern Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender der AOK Nordwest.

Insgesamt waren die Berufstätigen in den drei Kassen etwas häufiger krank als im Jahr zuvor. Und das obwohl die Grippesaison extrem mild verlief und die Atemwegserkrankungen deutlich weniger häufig auftraten. Dieser Rückgang wurde aber mehr als kompensiert durch den Anstieg bei den psychischen Erkrankungen und den Muskel-Skelett-Erkrankungen, hinter denen sich besonders häufig Rückenschmerzen verbargen. So fehlte jeder Beschäftigte im Durchschnitt bei der AOK 19,8 Tage, bei der Barmer 17,5 Tage und bei der TK 16,1 Tage. Allerdings gab es dabei erhebliche Unterschiede im Land. Besonders hoch sind die Krankenstände in Neumünster gewesen: Dort lagen die Fehlzeiten mit 19 Tagen bei der Barmer, 20 Tagen bei der TK und 22 Tagen bei der AOK durchgängig deutlich über dem Schnitt.

Ein weiteres Problem, das alle Kassen betrifft, ist nach einer Forsa-Erhebung die hohe Zahl von psychischen Erkrankungen unter Studenten: Fast jeder 5. Studierende ist betroffen, die Frauen häufiger als die Männer. Zu den wichtigsten Stressoren gehören Prüfungen, zu umfangreicher Lernstoff, finanzielle Sorgen und die Doppelbelastung von Studium und Nebenjob. Auffällig im Norden ist die ausgeprägte Angst vor schlechten Noten: Knapp ein Drittel (32 Prozent) der Hochschüler fühlt sich hier davon unter Druck gesetzt, bundesweit sind es 26 Prozent.

Damit erschöpfen sich aber die Gemeinsamkeiten unter den Versicherten. Je nach Kasse unterscheiden sich auch die regionalen Schwerpunkte. So meldeten sich die AOK-Versicherten außer in Neumünster besonders häufig in Kiel, Lübeck und im Kreis Segeberg krank. Am robustesten erwiesen sich die Nordfriesen. Bei den Muskel-Skelett-Erkrankungen lagen die Versicherten in den Kreisen Plön vorn, bei den psychischen Porblemen die Lübecker und Kieler und bei den Verletzungen ebenfalls die Plöner.

Bei der TK-Versicherten gab es nach Neumünster besonders viele Fehltage im Kreis Plön. Der niedrigste Wert wurde im Kreis Rendsburg-Eckernförde gemessen. Die Fehlzeiten wegen Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems und wegen psychischer Probleme waren in Neumünster am höchsten. Aufgrund von Atemwegsproblemen fehlten TK-Versicherte am häufigsten in den Kreisen Herzogtum Lauenburg und Segeberg.

Bei der Barmer GEK sind die meisten Fehltage im Herzogtum Lauenburg, Neumünster und dem Kreis Plön angefallen. Neumünster lag bei den Rückenbeschwerden vorne. Dort meldeten sich aber die wenigsten wegen Atemwegsproblemen krank.

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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