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Streit um Bismarck-Jagd im Sachsenwald

Adel Streit um Bismarck-Jagd im Sachsenwald

Ärger um Jagd auf umzäunte Tiere im Sachsenwald: Die Familie Bismarck will vor Gericht um ihr Jagdgatter kämpfen. Sie betreibe die seit 140 Jahren genutzten Anlagen rechtmäßig, sagt Gregor von Bismarck.

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Zur traditionellen Schwarzwild-Jagd kommen bei den Bismarcks Wildschweine auf die Abschussliste.

Quelle: dpa/Carsten Rehder

Aumühle. Die Jagdgatter der Adelsfamilie von Bismarck beschäftigen möglicherweise bald ein Gericht. Trotz gesetzlichen Verbots weigert sich die Familie, die eingezäunten Areale abzubauen, in denen Wildtiere eigens für die Jagd gehalten werden. „Wir haben uns entschlossen, die Frage, ob wir verpflichtet sind, das Gatter zu schließen, gerichtlich klären zu lassen“, sagte Gregor von Bismarck der Deutschen Presse-Agentur. Denn: „Unsere Familie ist seit circa 140 Jahren Eigentümerin des Wildgatters und betreibt dieses rechtmäßig und erlaubt.“ Zuvor hatten die „ Lübecker Nachrichten“ über den Fall berichtet.

Hintergrund der Auseinandersetzung mit dem Land Schleswig-Holstein ist ein bereits 1999 vom Landtag beschlossenes Verbot solcher Jagdgatter. Der Bestandsschutz für solche Areale lief am 28. Oktober 2014 aus. Nach Angaben des Kieler Umweltministeriums legten die Bismarcks und auch der Betreiber eines weiteren Gatters in Wiedenborstel Widerspruch gegen die Verfügungen der Jagdbehörde ein. Die zwangsweise Auflösung der Gatter sei erst denkbar, wenn die Beseitigungsverfügungen rechtswirksam seien.

Habeck: "Zeitalter des Feudalismus"

„Wer heute noch Jagdgatter hat, ist im Zeitalter des Feudalismus steckengeblieben“, sagte Umweltminister Robert Habeck (Grüne). „Jagdgatter haben den Zweck, möglichst viele Tiere töten zu können. Mit einer modernen, naturnahen Jagd hat das rein gar nichts zu tun.“ Deshalb gehörten sie aufgelöst: „Das ist seit mehr als 15 Jahren klar und Gesetz.“

Bismarck wies die Vorwürfe zurück. „Uns ist bewusst und bekannt, dass verschiedene gesellschaftliche Gruppen der Jagd an sich und auch dem Betrieb eines Gatters kritisch gegenüberstehen“, sagte er. „Auf der anderen Seite gibt es eine große Anzahl von Jägern, die unser Angebot sehr schätzen.“ Zudem werde durch den Betrieb des Gatters die Belieferung „unserer Gastronomie mit Wildfleisch unterstützt“.

Nabu: "Das ist ein Jagd-Bordell"

Zudem sei bei einem Verbot des Gatters eine erhebliche Anzahl von Arbeitsplätzen gefährdet, erklärte Bismarck. „Daher stellt das Verbot nach unserer Auffassung einen rechtswidrigen Eingriff in unserer Eigentümerstellung dar.“ Nach Ansicht der Anwälte der Familie bestehe keine gesetzliche Grundlage für ein Verbot des Gatters der Bismarcks.

Umweltschützer kritisieren die Jagdgatter. „Das ist ein Jagd-Bordell“, sagte der Geschäftsführer des Naturschutzbundes Schleswig-Holstein, Ingo Ludwichowski. Es sei völlig inakzeptabel, dass eine solch antiquierte Form der Jagd überhaupt noch existiere. Laut „Lübecker Nachrichten“ hatte die Adelsfamilie in den vergangenen Jahren immer wieder zur traditionellen Schwarzwildjagd mit prominenten Gästen eingeladen. Es habe aber auch kommerzielle Jagden mit Erfolgsgarantie für Vermögende gegeben.

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