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Zufallsfoto wird zur Sensation

Ältester beringter Seeadler Zufallsfoto wird zur Sensation

Rolf Zietz aus Dithmarschen hat den ältesten beringten Seeadler aus Schleswig-Holstein fotografiert. Aus dem Schnappschuss beim Angeln auf dem Trammer See bei Plön ist so eine kleine Sensation geworden.

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Ein paar Mal musste Rolf Zietz auf seinem schwankenden Boot schon auf den Auslöser drücken, bis dieses Foto vom Altvogel (li.) gelang: Experten sind begeistert.

Quelle: Rolf Zietz

Plön. Eigentlich wollte Rolf Zietz mit seiner Kamera nur den Fischfang auf einer Angeltour im Trammer See bei Plön festhalten. Doch dann kam ihm ein Seeadlerpaar vor die Linse. Der 65-Jährige Dithmarscher drückte mehrfach auf den Auslöser – nicht ahnend, dass ihm damit eine kleine Sensation gelang.

 Rolf Zietz ist an der Eider aufgewachsen. „Ornithologie und Angeln – diese Hobbys haben mich seither begleitet“, sagt der aktive Storchenschützer. Deshalb war die Freude groß, als Zietz bei einer Angeltour mit seinem Sohn auf dem Trammer See einen Seeadler entdeckte. Er saß auf einem Baum auf einer der Insel im See und beobachtete die beiden Angler aufmerksam. Dann flog ein zweiter Adler, vermutlich das Männchen, zu ihm. „Ich sah sofort, dass dieser Adler ein Alttier sein musste und wollte die Seeadler im Bild festhalten. Dazu musste ich aber im Boot aufstehen – eine ziemlich wackelige Angelegenheit.“

 Zuhause war Zietz froh, dass einige Fotos überhaupt Tiefenschärfe hatten. „Weil ich selbst jedes Jahr Jungstörche beringe, habe ich natürlich die Füße genauer angesehen und mit der Lupenfunktion am PC tatsächlich bei dem Altvogel einen blauweißen Ring entdeckt. Da wollte ich natürlich mehr über den Seeadler wissen.“ Zietz mailte die Fotos an Bernd Struwe-Juhl von der Projektgruppe Seeadlerschutz.

 Es dauerte nicht lange, da kam die unerwartete Antwort: Mit dem Foto sei ihm eine Sensation gelungen. Der Vogel sei 29 Jahre alt. Noch nie sei ein so alter beringter Seeadler in Schleswig-Holstein nachgewiesen worden. Beringt worden war das Tier übrigens von einem alten Bekannten – von Uwe Robitzky, ebenfalls ein bekannter Dithmarscher Vogelschützer. Er hatte 1986 mehrere Nestlinge mit Ringen in diese Farbkonstellation gekennzeichnet – fünf im Kreis Plön in Gottesgabe und Kletkamp und einen am Wardersee im Kreis Segeberg. Welcher davon auf dem Foto ist, ist unklar. „Auf jeden Fall ist solch ein Nachweis ein Hit und der schönste Lohn für jeden Beringer“, sagte Robitzky, „gerade weil Greifvögeln auch in Schleswig-Holstein vielfach mit Giftködern nachgestellt wird und deshalb immer wieder tote Seeadler gefunden werden.“

 Seeadler können, wenn sie nicht Nachstellungen, Bleivergiftungen oder Kollisionen mit Windkraftanlagen und Hochspannungsleitungen zum Opfer fallen, sehr alt werden. Die ältesten Seeadler, die anhand von Mauserfedern im Brutgebiet bestimmt wurden, waren 34 und 36 Jahre alt, heißt es bei der Projektgruppe Seeadlerschutz.

 Rolf Zietz hat nun eine Art Patenschaft für den alten Seeadler vom Trammer See übernommen. Jedes Jahr will er dorthin zurückkehren, um seinen Sensationsnachweis – hoffentlich noch oft – bestätigen zu können. Bei seiner Angeltour war Rolf Zietz übrigens auch noch erfolgreich. Ein weiteres Foto zeigt einen Hecht, über einen Meter lang und 18 Pfund schwer.

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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In Schleswig-Holstein ist erneut ein Seeadler vergiftet worden. Er starb an einer Zinkvergiftung. „Wahrscheinlich hat er ein vergiftetes Beutetier gefressen“, sagte am Dienstag der Geschäftsführer des Wildparks Eekholt, Wolf-Gunthram Freiherr von Schenck.

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