21 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Aktivisten protestieren gegen Bundeswehr

Tag der Bundeswehr Aktivisten protestieren gegen Bundeswehr

Rund 12000 Besucher nutzten den 1.Tag der Bundeswehr in Schleswig-Holstein, um sich in  Eckernförde und Flensburg über die Arbeit der Soldaten und die Arbeitsmöglichkeiten bei der Bundeswehr zu informieren. In Flensburg enterte eine Aktivistengruppe den Mast der Gorch Fock.

Voriger Artikel
Torsten Albig lobt Zusammenarbeit
Nächster Artikel
Sven Picker übergibt an Wolfgang Schneider

Aktivisten kletterten in die Takelage der "Gorch Fock" und hängten in rund 20 Metern Höhe ein Transparent mit der Aufschrift „War starts here“ auf.

Quelle: Carsten Rehder/dpa

Eckernförde/Flensburg. Die Aktivisten hatten sich mit der Gorch Fock die größte Attraktion an der Flensburger Förde ausgesucht. Den ganzen Tag über standen Besucher geduldig Schlange, um das Segelschulschiff der Marine einmal persönlich erkunden zu können. Unter die Besucher mischten sich unerkannt 17 antimilitaristische Aktivisten. Sie konnten ungehindert den Mast erklimmen und ein Protesttransparent mit der Aufschrift „War starts here“ (Krieg beginnt hier) entrollen. Auch vor dem Marinestützpunkt in Eckernförde protestierten einige Mitglieder des Vereins.

Bei der großen Masse der Besucher stieß die Selbstdarstellung der Bundeswehr an diesem Tag aber auf ein positives Echo. Auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) lobte beim Auftakt in Eckernförde die Zusammenarbeit mit dem Militär ausdrücklich. „Wir wissen, wie sehr wir unsere Bundeswehr brauchen.“ Das Land sei dankbar und glücklich, sich darauf verlassen zu können, dass im Zweifel jemand da sei, der weiterhelfe.

Wie das konkret aussieht, machte Minentaucher Timo Voß klar. Der Eckernförder hat in der Vergangenheit immer wieder dem Munitionsräumdienst geholfen, Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg etwa vor Damp und vor Heidkate zu bergen und unschädlich zu machen. „Auch wenn alte Munition an unseren Stränden angespült wird, sind wir zur Stelle“, sagte der 30-Jährige, der auch in vielen Teilen der Welt im Einsatz war. „Wenn Teams unserer Bordeinsatzkompanie zum Beispiel am Horn von Afrika Piratenschiffe entern, sind wir dabei, um Munition oder auch Waffen wie Panzerfäuste zu sichern und zu beseitigen“, erklärte Voß. Wie solche Einsätze ablaufen, wurde anhand eines fiktiven Containerschiffs demonstriert. Diese Vorführungen waren mit den Fahrten auf den Mehrzwecklandungsbooten und der Besichtigung der U-Boote die Publikumsmagnete in Eckernförde.

Rund 12000 Besucher nutzten den 1.Tag der Bundeswehr in Schleswig-Holstein, um sich in  Eckernförde und Flensburg über die Arbeit der Soldaten und die Arbeitsmöglichkeiten bei der Bundeswehr zu informieren. In Flensburg enterte eine Aktivistengruppe den Mast der Gorch Fock.

Zur Bildergalerie

Viele Eltern nutzten aber auch die Gelegenheit, sich mit ihrem Nachwuchs über Ausbildungsmöglichkeiten bei der Bundeswehr zu erkundigen. „Es ist gut, dass die Bundeswehr nach der Aussetzung der Wehrpflicht den Kontakt mit der Bevölkerung sucht, damit kein Staat im Staat entsteht“, meinte Heiko Feddersen aus Eckernförde. Sein Sohn Bjarne kann sich nach diesem Tag jedenfalls durchaus vorstellen, nach der Schule zur Bundeswehr zu gehen. „Fernmeldewesen und elektronische Aufklärung – das würde mich schon interessieren“, meinte der 14-Jährige und erfüllte damit genau die Erwartung der Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Sie hatte den Tag an 15 Stützpunkten im Bundesgebiet angeordnet, um die Vielfalt der Berufe in der Bundeswehr zu demonstrieren und sie als attraktiven Arbeitgeber darzustellen.

Klar, dass es in den Gesprächen auch immer wieder um die Verdienstfrage ging. Fragen die die 700 Soldaten den Besuchern offen beantworteten. So berichtete Benjamin Wittenberg immer wieder, warum er sich nach dem Abitur sich für neun Jahre verpflichtet und für eine zivile Ausbildung als Mechatroniker bei der Marine in Eckernförde entschieden hat: „Die Ausbildung wird auf 21 Monate verkürzt, ich bekomme  mit 1500 Euro von Anfang an deutlich mehr Geld als in der freien Wirtschaft. Wenn andere gerade ihre Gesellenprüfung machen, habe ich noch eine Spezialausbildung absolviert.“ Am meisten überzeugt hätten ihn aber die weiteren Chancen – bis hin zum Maschinenbaustudium. „Und alles wird bezahlt, vorausgesetzt natürlich, dass ich mich für eine weitere Zeitspanne verpflichte. Und wenn ich dazu keine Lust habe, kann ich gut ausgebildet in die zivile Wirtschaft gehen.“

Zum 60-jährigen Bestehen der Bundeswehr gab es am Sonnabend an 15 Standorten von Flensburg bis Bischofswiesen erstmals einen „Tag der Bundeswehr“, bei dem die Truppe ihre Leistungsfähigkeit und Vielfalt präsentieren und auch um Nachwuchs werben wollte.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Das THW-Magazin

Erfahren Sie mehr!
Einblicke hinter die
Kulissen des THW-Kiel

Anzeige
ANZEIGE
Mehr zum Artikel
„Tag der Bundeswehr“ Eckernförde
Foto: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) hat beim „Tag der Bundeswehr“ in Eckernförde die Zusammenarbeit mit dem Militär gelobt.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) hat beim „Tag der Bundeswehr“ in Eckernförde die Zusammenarbeit mit dem Militär gelobt. „Wir wissen, wie sehr wir unsere Bundeswehr brauchen“, sagte Albig am Sonnabend auf dem Marinestützpunkt.

  • Kommentare
Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten: Schleswig-Holstein 2/3