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Kiel hat die höchste Kinderarmut

Interaktive Karte Kiel hat die höchste Kinderarmut

Die Kinderarmut in Schleswig-Holstein ist weiter gestiegen: Nach einer Auswertung der Bertelsmann Stiftung lebten 2015 rund 1000 Kinder mehr in Haushalten, die auf staatliche Grundsicherung angewiesen waren, als im Jahr 2011. Doch das Problem ist im Land sehr unterschiedlich ausgeprägt.

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Rund 71.000 Mädchen und Jungen unter 18 Jahren sind in Schleswig-Holstein auf Hartz IV angewiesen.

Quelle: Oliver Berg/dpa

Gütersloh/Kiel. Am stärksten betroffen sind die Kinder in den kreisfreien Städten: In Kiel ist es bei einer Quote von 30,3 Prozent fast jedes dritte Kind. Dort ist die Problematik mit 2,1 Prozentpunkten auch am stärksten im Land gewachsen. In Lübeck blieb dagegen die Quote bei 26,9 Prozent zumindest konstant. In Neumünster nahm die Quote um 0,2 Prozent (27,7) zu, in Flensburg ebenfalls nur geringfügig auf nun 26,3 Prozent. Am wenigsten Kinder waren 2015 im Kreisherzogtum Lauenburg betroffen (8,4 Prozent), gefolgt von den Kreisen Segeberg und Rendsburg-Eckernförde (jeweils 10,8) und dem Kreis Plön mit 11 Prozent. Nur in Ostholstein gab es einen Rückgang – auf 12,8 Prozent.

Kinderarmut in Schleswig-Holstein

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Das größte Risiko haben die Kinder von Alleinerziehenden und Kinder, die mit mehreren Geschwistern und Eltern leben. Sieht man sich die Alleinerziehenden an, dann sind dort Einzelkinder am stärksten betroffen. Anders bei den Paarfamilien: Dort leben vor allem Kinder aus Familien mit drei und mehr Kinder in Armutsverhältnissen.

Für 54 Prozent aller betroffenen Kinder zwischen 7 und 15 Jahren ist dies mindestens schon drei Jahre lang Alltag. „Andauernde Armutserfahrungen wirken sich besonders negativ auf die Teilhabe und die Entwicklung von Kindern aus“, mahnen die Autoren der Studie.

Insgesamt waren 2011 in Schleswig-Holstein 14,7 Prozent aller Kinder betroffen – 2015 waren es 15,3 Prozent. Damit liegt Schleswig-Holstein zwar weiter knapp über dem Bundesdurchschnitt, doch nur in fünf Bundesländern ist die Kinderarmut geringer: in Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen und Niedersachsen. In Hamburg ist trotz des wirtschaftlich Erfolgs die Quote mit 20,9 Prozent noch deutlich höher als in Schleswig-Holstein. Am höchsten ist die Kinderarmutsquote in Berlin und Bremen mit rund 32 Prozent. Bei den Kommunen stehen Bremerhaven, gefolgt von Gelsenkirchen und Offenbach auf der Negativliste ganz oben.

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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