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Geld für Dampfer

"Alexandra" Geld für Dampfer

Seit mehr als 100 Jahren fährt das Dampfschiff „Alexandra“ auf der Flensburger Förde — mit Unterbrechungen. Ein Förderverein rettete es einst vor dem Verfall. Nun ist Hilfe von Bund und Land nötig — das Schiff braucht einen neuen Kessel.

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Torsten Albig besichtigt das von einem Förderverein betriebene Schiff und überreichte einen Förderbescheid über 200.000 Euro für einen dringend benötigten neuen Dampfkessel.

Quelle: Carsten Rehder/dpa

Flensburg. Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) und Kulturministerin Anke Spoorendonk (SSW) haben am Donnerstag einen Förderbescheid für einen neuen Kessel für den Flensburger Dampfer „Alexandra“ überreicht. 200 000 Euro gehen an das 1908 erbaute Schiff, nach Angaben des Fördervereins das letzte seegehende Passagierdampfschiff Deutschlands. Weitere 90 000 Euro kündigte Spoorendonk an. Insgesamt kostet der Kessel knapp 600 000 Euro.

„Erlebbare, erfahrbare Geschichte“ vermittele die „Alexandra“, sagte Albig bei einer Rundfahrt auf der Flensburger Förde. Man dürfe die Technik, die seit 1908 funktioniert, nicht verfallen lassen. „Die „Alexandra“ ist Teil unseres kulturellen Erbes“, meinte auch Spoorendonk. Das Schiff gehöre nicht nur zu Flensburg, sondern zu Schleswig-Holstein. An ihm ließe sich die technische Entwicklung darstellen.

Das Schiff fährt nach einer bewegten Geschichte heute als Salondampfer auf der Förde. 1908 von Namensgeberin Prinzessin Alexandra zu Schleswig-Holstein-Glücksburg getauft, war es unter anderem Vorpostenboot im Ersten Weltkrieg und Regatta-Begleitschiff bei den Olympischen Spielen 1936 und 1972. Ein Förderverein rettete das Schiff vor dem Verfall. Inzwischen steht es unter Denkmalschutz und wird vom Verein ehrenamtlich betrieben.

Seit 14 Jahren ist Günter Herrmann dabei. Am Donnerstag war der Kapitän mit seinem Steuermann Klaus Lütte unterwegs. „Kein Motorengeräusch, das ist faszinierend, fast wie Segeln“, lobte er den alten Dampfer. Dass das Schiff heute noch fahrtüchtig ist, „das geht nur, wenn viele Leute den Pinsel in die Hand nehmen“. Die Fahrten mit der „Alexandra“ seien eine besondere Herausforderung. Auf ein Bugstrahlruder etwa, wie Herrmann es von seiner früheren Tätigkeit bei der Wasserschutzpolizei gewohnt ist, muss er hier verzichten. Klaus Lütte gab seine Anweisungen unterdessen durch ein Sprachrohr in den Maschinenraum weiter — „sein Handy“, witzelte Herrmann.

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