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Krankenhaus bekommt Abteilung für Flüchtlinge

Ambulanz Neumünster Krankenhaus bekommt Abteilung für Flüchtlinge

Das ging fix: Zwei Wochen, nachdem Neumünsters Friedrich-Ebert-Krankenhaus (FEK) seine Pläne für eine zusätzliche Integrierende Ambulanz vorgestellt hatte, um dem Ansturm von Flüchtlingen gerecht werden zu können, übergab am Montag Innenstaatssekretär Ralph Müller-Beck den Zuwendungsbescheid für das Zwei-Millionen-Euro-Projekt.

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Staatssekratär Ralph Müller-Beck (Mitte) übergab den Zuwendungsbescheid an FEK-Geschäftsführer Alfred von Dollen (links) und den ärztlichen Direktor Dr. Ivo Heer.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. Mit 1,744 Millionen Euro beteiligt sich das Land an der Einrichtung; weitere 200.000 Euro fließen aus der Kasse des entsprechenden Landesamtes für die ambulante Behandlung. „Wir sind froh über dieses kurze Finanzierungsverfahren“, betonte FEK-Geschäftsführer Alfred von Dollen. Mit zusätzlichen 1500 Patientenkontakten aus der fast benachbarten Erstaufnahme rechnet das Krankenhaus.

 Da die Behandlung der Flüchtlinge allein in der Ambulanz, die überwiegend nachts und an Wochenenden zu Fuß angesteuert wird, wegen Verständigungsproblemen fünf Mal solange dauert, wird am FEK bereits mit einem Internet basierten Dolmetscher-Programm an sechs iPads gearbeitet. Anfang Oktober soll die zweite Ambulanz ihre Arbeit aufnehmen, ab 2016 dann im 24-Stunden-Betrieb. In der ehemaligen Endoskopie, die bereits in den FEK-Neubau umgezogen ist, werden auf 300 Quadratmetern sieben Plätze für die klassische Notaufnahme-Erstuntersuchung (Ultraschall, EKG, Blutentnahmen) und ein Infektionszimmer eingerichtet.

 „Erste Einstellungsgespräche für Personal mit Migrationshintergrund und syrischen und arabischen Sprachkenntnissen haben wir am Freitag“, kündigte der ärztliche Direktor Dr. Ivo Heer an. Für seine Begriffe „passt es“, zumindest was die Bewerbungen von zwei syrischen Ärzten angeht, die bereits in Deutschland leben. Außerdem haben sich auf die Stellen für sechs Pflegekräfte Medizinstudenten aus Kiel mit syrischen Sprachkenntnissen beworben, darunter eine Krankenschwester.

 Nach dem „Neumünsteraner Pilotprojekt“ erkundigen sich mittlerweile Kliniken aus ganz Deutschland und Österreich. Heer wird am Mittwoch einen ohnehin geplanten Vortrag an der Berliner Charité auf Bitte der Veranstalter auf dieses Thema abändern. „Wir haben hier die Besonderheit der fußläufigen Nähe beider Einrichtungen. Das ist eine gute Voraussetzung, so etwas Sinnvolles zu organisieren“, sagte von Dollen.

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Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung

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