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Todesschütze: Staatsanwaltschaft beantragt Haftbefehl

Festnahme in Ammersbek Todesschütze: Staatsanwaltschaft beantragt Haftbefehl

Fahndungserfolg für das SEK: Einsatzkräfte haben am Sonnabendmorgen Sven S. auf einem Campingplatz vorläufig festgenommen. Der 35-Jährige soll am Freitag seine Partnerin in Bargteheide erschossen haben. Die Staatsanwaltschaft hat am Sonnabend Haftbefehl beantragt.

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Das SEK hat den 35-jährigen Tatverdächtigen aus Bargteheide am Sonnabendmorgen vorläufig festgenommen.

Quelle: Daniel Bockwohldt/dpa

Ammersbek. Er galt als gewaltbereit - und war einen Tag auf der Flucht: Sven S. soll am Freitagvormittag seine 28-jährige Lebensgefährtin erschossen haben. Polizisten aus Schleswig-Holstein und Hamburg suchten intensiv nach dem mutmaßlichen Todesschützen. Doch nach der Beziehungstat von Bargteheide fehlte zunächst jede Spur von dem 35-Jährigen.

Am Sonnabendmorgen vermeldete die Polizei dann einen Fahndungserfolg: "Das SEK SH konnte um 8.33 Uhr das Fahrzeug sichern und den 35-jährigen Tatverdächtigen antreffen und vorläufig festnehmen", teilte Lübecks Pressesprecher Stefan Muhtz mit. Er hielt sich auf einem Campingplatz in Ammersbek (Kreis Stormarn) auf - nur fünf Kilometer von Tatort entfernt.

Festnahme auf dem Campingplatz

Gegen 5.30 Uhr habe ein Zeuge die Polizei informiert: Der Tatverdächtige solle "sich in einem näher beschriebenen Fahrzeug schlafender Weise aufhalten", so Muhtz. Das Gelände und der Wagen wurden daraufhin vom SEK umstellt. Drei Stunden später erfolgte die vorläufige Festnahme. Nach Informationen des SH:Z soll der 35-Jährige über den Zaun geklettert sein, um auf den Campingplatz zu gelanden. Das Transportfahrzeug, in dem er schlief, sei ein fremder Wagen gewesen.

Wie viele Polizisten an dem Einsatz beteiligt waren, wollte die Polizei nicht mitteilen. Aber: "Der Tatverdächtige wurde von uns überrascht. Er war völlig ahnungslos, ließ sich dann aber widerstandslos und unbewaffnet festnehmen", sagte Stefan Muhtz den Kieler Nachrichten. Noch am Sonnabend wurde der 35-jährige Tatverdächtige von der Mordkommission in Lübeck zu den Hintergründen der tödlichen Auseinandersetzung vernommen. "Die Motivlage ist derzeit noch völlig unklar", so Muhtz. Die Staatsanwaltschaft Lübeck beantragte Haftbefehl. Am Sonntag sollte der 35 Jahre alte Verdächtige dem Haftrichter zugeführt werden.

Polizei fahndete öffentlich nach ihm

Seit Freitagvormittag suchten Beamte aus Schleswig-Holstein und Hamburg den 1,80 Meter großen, muskulösen Mann mit Glatze. Die Polizei veröffentlichte ein Fahndungsfoto, eine Personenbeschreibung und den Namen des Mannes. Die Polizei warnte davor, ihn direkt anzusprechen: „Er ist möglicherweise bewaffnet“, sagte Muhtz an die Bevölkerung gerichtet. Zugleich bat die Polizei um Hinweise zum Aufenthaltsort des Mannes.

Was war am Freitag geschehen? Gegen 10.45 Uhr soll der wegen Gewaltdelikten polizeibekannten Bodybuilder erst seine Freundin erschossen und dann selbst die Polizei gerufen haben. Doch statt sich zu stellen, flüchte der Mann aus dem Mehrfamilienhaus in Bargteheide.

Zeitgleich gingen am Freitag mehrere Notrufe bei der Polizei in Bargteheide ein, dass Schüsse in dem Haus bemerkt worden seien. Gegen Mittag dann die traurige Gewissheit: Die Frau, Jahrgang 1988, sei durch mehrere Schüsse getötet worden.

Hier sehen Sie Bilder aus Bargteheide, wo bei einem Beziehungsdrama eine Frau erschossen wurde.

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Die Beamten seien nach den Anrufen in die Wohnung eingedrungen und hätten dort „die verstorbene Frau vorgefunden“, sagte Polizeisprecher Stefan Muhtz von der Bezirkskriminalinspektion Lübeck am Freitag. Die Leiche der 28-Jährigen wurde am späten Nachmittag abtransportiert.

Polizei sperrte Tatort ab

Mehrere mit Maschinenpistolen bewaffnete Beamte sperrten am Freitag den Tatort in Bargteheide weiträumig ab. Die Großfahndung, bei der auch ein Spezialeinsatzkommando (SEK) beteiligt war und ein Fährtenhund die Spur des Flüchtigen aufnahm, blieben bis zum Sonnabendmorgen erfolglos. Diverse mögliche Anlaufpunkte im Kreis Stormarn, in Hamburg und Niedersachsen wurden überprüft. Doch diese Maßnahmen führten nicht zum Auffinden des Täters. Erst ein Tipp eines Zeugen führte zur vorläufigen Festnahme des mutmaßlichen Todesschützen auf dem Campingplatz Ammersbek.

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Ein Artikel von
Tanja Köhler
Ressortleiterin Digitale Angebote

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