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Bauern sichern ihre Höfe

Angst vor Übergriffen Bauern sichern ihre Höfe

Aus Angst vor ungebetenem Besuch von militanten Tierschützern investieren immer mehr Landwirte im Norden in die Überwachung ihrer Ställe.

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Einige Bauern schaffen sich einen Wachhund an, den sie bisher gar nicht brauchten.

Quelle: Michalla,Robert

Bad Segeberg. Der schleswig-holsteinische Bauernverband empfiehlt zum Schutz gegen nächtliche Eindringlinge ausgeleuchtete Hofgelände, elektronische Schließanlagen für die Stallgebäude, Alarmanlagen und Videoüberwachung. Mitglieder von Tierrechtsorganisationen hatten sich in der Vergangenheit wiederholt illegal Zutritt zu Stallungen verschafft, um vermutete Missstände auf Film zu dokumentieren.

„Viele Landwirte sind dabei, sich besser als bisher zu schützen“, sagt Hans-Georg Otten, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands Segeberg. „Einige schaffen sich einen Wachhund an, den sie bisher nicht brauchten.“ Hausfriedensbrüche sensibilisierten die Landwirte zunehmend, berichtet auch Holger Schädlich vom Kreisbauernverband Ostholstein-Lübeck. Die Folgen für Landwirte, die von Tierschützern heimgesucht würden, seien mitunter weitreichend: Kinder solcher Bauern würden in den Schulen als Tierquäler beschimpft. Aus diesem Grund hängen Betroffene die Vorfälle ungern an die große Glocke.

Die Forderung des Verbandes nach einer offenen Diskussion stößt bei Tierschützern auf Stirnrunzeln. „Dazu war die Branche bisher doch gar nicht bereit“, entgegnet Edmund Haferbeck, Jurist bei der Tierschutzorganisation Peta.

Den Bauern gehe es in erster Linie darum, die Gesundheit ihrer Tiere zu gewährleisten. Unbefugte könnten Krankheitserreger und Keime in ihre Stallungen tragen. Das sei Eindringlingen offenbar nicht klar. Der Bauernverband empfiehlt, ertappte Eindringlinge „bis zum Eintreffen der Polizei einzuschließen“.

Von Cord Tönnemann

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