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Waren in Sozialkaufhäusern werden knapp

Ansturm Waren in Sozialkaufhäusern werden knapp

Sozialkaufhäuser sind eine Kombination aus Recyclingideen, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und der Versorgung von Menschen in Not. Die Zahl Bedürftiger steigt. Langsam werden die Waren knapp, Kleidung für Kinder ist mittlerweile Mangelware.

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Eine Gutscheinaktion für Flüchtlinge hat in den Sozialkaufhäusern im Süden Schleswig-Holsteins für einen Ansturm von Kunden gesorgt.

Quelle: Carsten Rehder/dpa

Kiel. Kinderspielzeug, gut erhaltene Möbel, Haushaltsgegenstände, und Kleidung — die Angebotspalette im Itzehoer Sozialkaufhaus ist breit gefächert. Und unschlagbar günstig. Kochtöpfe gibt es schon ab 25 Cent, einen Küchentisch kann man für 10 Euro bekommen, und für Sofas zahlt man pro Sitzplatz: Je nach Zustand und Ausführung kostet ein Sitzplatz zwischen 15 und 45 Euro. „Unser Kaufhaus ist für die Menschen da, die am Rande der Gesellschaft leben“, sagt Geschäftsführer Martin Meers. „Weil sie wenig Geld haben, weil sie krank sind, oder weil sie — wie zurzeit der Fall - als Flüchtlinge zu uns kommen.“

Seit rund 20 Jahren betreibt die Arbeiterwohlfahrt Bildung und Arbeit (AWO BA) im südlichen Schleswig-Holstein Sozialkaufhäuser. Die insgesamt 18 „Kaufhäuser für Arme“ kombinieren soziale Projekte mit dem Recyclinggedanken. Dort werden gespendete Möbel, Kleidung und Haushaltsgegenstände aufgearbeitet und günstig an Bedürftige verkauft. „Wir treten immer mit dem Grundsatz der Müllvermeidung an: Alles was bei uns landet und verwertbar ist, bleibt sozusagen im Nutzungskreislauf“, erklärt Meers. Dafür werde neben der Textilienaufbereitung auch ein intensives Möbelrecycling betrieben. Dazu gehöre unter anderem das Abholen und die Aufarbeitung von gebrauchten, gespendeten Möbeln und anderen Einrichtungsgegenständen.

Dafür werden neben haupt- und ehrenamtlich tätigen Mitarbeitern auch Langzeitarbeitslose eingesetzt. „Wir versuchen, sie zu stabilisieren und wieder in den ersten Arbeitsmarkt einzugliedern“, sagt AWO-BA-Sprecher Dieter Kienitz: „Weil wir gleichzeitig Menschen, die in einer Notlage sind, mit günstigen Dingen versorgen, kommt den Sozialkaufhäusern eine doppelte soziale Bedeutung zu.“

„Die Menschen, die zu uns kommen, besitzen oft nicht einmal das Allernotwendigste“, erklärt Kienitz. In den Sozialkaufhäusern würden daher „Erstausstattungs-Kisten“ zusammengestellt: „Für einen Erstbezug nach Hartz IV oder die Einrichtung einer Flüchtlingswohnung.“

Mittlerweile finden immer mehr Kunden den Weg in ein Sozialkaufhaus. Einer der Gründe sind die Willkommensgutscheine in Höhe von jeweils 15 Euro, die über die Ämter und Anlaufstellen überwiegend an Flüchtlingsfamilien ausgegeben wurden, sagt Kienitz. Für diesen Betrag könne man sich im Sozialkaufhaus einmal von Kopf bis Fuß einkleiden. „Landesweit wurden etwa 7900 Gutscheine ausgeteilt.“

Der Ansturm zeigt jedoch Folgen: Die Lager sind fast leer. „In unseren Sozialkaufhäusern brauchen wir dringend warme Kleidung, aber auch T-Shirts, Hosen, Pullover und vieles mehr“, sagt Projektleiterin Monika Horst. Besonders Kinderbekleidung sei mittlerweile Mangelware.

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