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Schwerbehinderte stehen vor Barrieren

Arbeitsmarkt Schwerbehinderte stehen vor Barrieren

Schwerbehinderte Menschen sind immer noch besonders häufig arbeitslos. Mehr als jeder 20. Arbeitslose in Schleswig-Holstein hat eine anerkannte Schwerbehinderung, insgesamt finden 5200 keine Arbeit. Und dies, obwohl sie oftmals besonders gut qualifiziert sind.

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Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Zum Tag der Menschen mit Behinderung am Donnerstag hat Sozialministerin Kristin Alheit (SPD) deshalb die Unternehmen aufgefordert, alle Hilfen zu nutzen und mehr Menschen mit Handicap eine Chance zu geben. Wer mehr als 20 Arbeitsplätze anbietet, muss mindestens fünf Prozent der Stellen mit schwerbehinderten Menschen besetzen. In Schleswig-Holstein sind es nur 4,4 Prozent. Dabei erfüllt die öffentliche Hand in der Regel die Quote über, die Privatwirtschaft hinkt hinterher. Und die dortigen Schwerbehinderten sind oft nicht bewusst eingestellt worden, sondern haben diesen Status erst im Laufe der Betriebszugehörigkeit erreicht – meist weil sie schwer erkrankt sind.

 Viele Unternehmen zahlen offenbar lieber die Ausgleichsabgabe, als Arbeitskräfte mit Handicap einzustellen. Ein Teil dieser Abgabe fließt seit 2012 in das „Aktionsbündnis Schleswig-Holstein – Inklusive Jobs“, einen Verbund aus Sozialministerium, Unternehmensverband Nord, Bundesagentur für Arbeit, Handwerk, Kommunen, Integrationsfachdiensten und Rentenversicherung. Das Bündnis will Unsicherheiten und Barrieren in Unternehmen abbauen und mit passgenauer Unterstützung Arbeitslose in qualifizierte Jobs bringen. 1500 Firmen wurden bisher beraten, 266 Menschen erstmals oder wieder in Arbeit gebracht.

 Das Integrationsamt im Sozialministerium unterstützt aber auch engagierte Unternehmen direkt. So wurde etwa der Maschinenpark in dem Integrationsunternehmen di.hako.tec GmbH in Trappenkamp mit 1,1 Millionen Euro gefördert. Dort sind rund 30 Prozent der Mitarbeiter schwerbehindert.

 Probleme auf dem Arbeitsmarkt haben aber mehr Menschen mit Handicaps wie etwa einer Lernbehinderung. Ohne Abschluss oder mit einem Förderschulabschluss sind sie schon früher bei der Ausbildung durchs Raster gefallen. „Für diese Gruppe gab es nur wenige Helfer-Ausbildungen. Das Spektrum ist inzwischen deutlich größer“, sagt Christina Lenz vom Ausbildungsverbund Kiel (Ex-Jugendaufbauwerk). Erkennt die Arbeitsagentur diese Jugendlichen als Rehabilitanden an, haben sie das Recht auf besondere Förderung und eine spezielle, abgespeckte Ausbildung (siehe drei Beispiele unten).

www.aktionsbuendnis-sh.de, Beratung der Arbeitsagentur für Unternehmen: Tel. 0431/7091266. Kostenlose Hotline für Bewerber: 0800/4555500.

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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