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Travemünder Bahnhof versteigert

Auktionshaus Karhausen AG Travemünder Bahnhof versteigert

Es war der Höhepunkt der gestrigen Immobilien-Versteigerung des renommierten Auktionshauses Karhausen AG. Um 17.05 Uhr rief Auktionator Matthias Knake das Objekt Nummer 21 auf. Mit dem Travemünder Strandbahnhof wurde der dickste Fisch des Tages angeboten.

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Der im Jahr 1912 erbaute Strandbahnhof von Lübeck-Travemünde kam in Berlin unter den Hammer. Was der Käufer nun mit dem Gebäude vor hat, ist noch unbekannt.

Quelle: Wikipedia/Asterion

Berlin/Travemünde. Die Spannung im Saal mit den weinrot gepolsterten Stühlen stieg sprunghaft. Zuvor waren nur kleinere Grundstücke aus dem Besitz der Deutschen Bahn AG in Schleswig-Holstein und Niedersachsen an der Reihe gewesen.

Zwei Gebote für die rund 6700 Quadratmeter große Immobilie lagen bereits vor. Bei 670500 Euro begann Auktionator Knake mit der Versteigerung. Und die hatte es in sich. Rund eine Viertelstunde lang übertrumpfte ein Gebot das andere. Drei Bieter – einer davon hatte den Auftraggeber am Handy – lieferten sich ein heißes Gefecht, wie man es nur aus Filmen kennt. Zuerst wurde in Steigerungsstufen von 5000 Euro erhöht. Als die 700000-Euro-Grenze übertroffen war, ging es in Tausender-Schritten weiter.

 Um 17.19 Uhr erhielt schließlich ein Bieter von Mitte 50, mittelgroß, graues Haar, mit Brille, den Zuschlag. „Für 760000 Euro an den Herrn in der vierten Reihe“, verkündete Auktionator Knake. Der erfolgreiche Bieter gab sich danach aber recht wortkarg. Auf keinen Fall wollte er seinen Namen oder seinen Auftraggeber verraten. Erst wenn die notariellen Verträge unterzeichnet wären, „etwa in vier bis sechs Wochen“, wolle sich der Erwerber äußern. Ob er etwa im Auftrag des städtischen Koordinierungsbüros Wirtschaft in Lübeck (KWL) das denkmalgeschützte Gebäude ersteigert habe, ließ er ebenfalls offen. „Kein Kommentar.“ Nur eins sagte er: Der Strandbahnhof bleibe „ein öffentliches Gebäude“.

 Mit dem Ausgang konfrontiert, wies KWL-Chef Dirk Gerdes alle Mutmaßungen zurück: „Wir sind es definitiv nicht. Wir hätten allerdings sehr gerne mitgeboten“, führte er aus. Ziel war es, aus dem Strandbahnhof ein zentrales Touristikzentrum für das Ostseebad zu machen, mit den Mietern Lübeck und Travemünde Marketing GmbH (LTM) sowie dem Kurbetrieb. „Uns ist es allerdings nicht gelungen, eine Wirtschaftlichkeit für das Betreiben des Gebäudes nachzuweisen, was als Voraussetzung für unseren Einstieg in die Auktion definiert war“, so Gerdes. Man wäre nach dem Erwerb auf eine Förderung angewiesen gewesen.

 „Warum sich der Käufer nicht outet, ist mir schleierhaft und lässt wieder viel Interpretationsspielraum zu“, sagte Gerdes. So fiel auch die Einschätzung von Kurdirektor Uwe Kirchhoff aus: „Es bleibt wirklich spannend. Wir hoffen natürlich auf eine sinnvolle öffentliche Nutzung, um Travemünde nach vorne zu bringen.“ Doris Schütz, Pressesprecherin der LTM, kommentierte: „Wir wünschen uns, dass der Investor den Strandbahnhof als Schmuckstück des Seebades einer wertigen Nutzung zuführt und das Umfeld positiv beeinflusst.“

Von Reinhard Zweigler und Michael Hollinde 

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