12 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
DRK-Schwestern können aufatmen

Ausnahmeregelung DRK-Schwestern können aufatmen

Die DRK-Schwestern ein fester Bestandteil in der Kranken- und Altenpflege. Das Bundesarbeitsgericht hat das ins Wanken gebracht: Hunderte DRK-Schwestern bangen um ihre berufliche Zukunft. Eine Ausnahmeregelung soll jetzt die Lösung bringen – auch nach dem Willen der Bundesregierung.

Voriger Artikel
Handys am Steuer werden schnell zur Katastrophe
Nächster Artikel
Insel 18 Stunden ohne Autozug

Die Rotkreuzschwestern haben traditionell einen guten Ruf und sind gerade im Bereich der Kinderkrankenpflege gefragt.

Quelle: hfr

Kiel.  Oberin Maria Lüdecke ist Vorsitzende der DRK-Heinrich-Schwesterschaft e.V. in Kiel und räumt ein: „Es hat uns alle hier schon verwundert, dass das Bundesarbeitsgericht seine bisherige Rechtsprechung revidiert hat.“ Damit hat das Gericht das einmalige DRK-Verfahren – die sogenannte Gestellung – in der bisherigen Form ad acta gelegt. Die Gestellung funktioniert so: Die Schwestern sind freiwillige Mitglieder eines Schwesternschaftsvereins und werden von ihm vergütet. Sie arbeiten aber in Kliniken, Kitas oder der Altenpflege. Für diese Leistungen erhalten die Schwesternschaftsvereine Geld. 1500 Schwestern arbeiten in Schleswig-Holstein noch nach diesem Prinzip, vor allem in acht Kliniken, aber auch in der Altenpflege. Das Bundesarbeitsgericht hat nun (wie berichtet) entschieden: Die Gestellung muss rechtlich wie eine Arbeitnehmerüberlassung eingestuft werden. Und die ist laut Gesetz für maximal 18 Monate erlaubt.

 Bliebe es dabei, müssten Kliniken, Heime und Schwesternschaften spätestens ab Herbst 2018 eine neue Regelung finden – oder die Schwestern gehen. Doch so weit soll es nicht kommen. „Wir gehen inzwischen davon aus, dass zwar einiges an den Verträgen geändert werden muss, unsere Mitglieder aber weiter ohne Befristung bei unseren Partnern arbeiten können“, sagt Oberin Lüdecke und verweist auf Berlin.

 Dort haben sich Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles und DRK-Präsident Rudolf Seiters getroffen. Seiters war unter Kanzler Kohl unter anderem Chef des Kanzleramtes, kennt also den Regierungsbetrieb genau. Der CDU-Mann und die SPD-Ministerin wurden sich zumindest im wesentlichen Punkt einig: Grundsätzlich gilt künftig auch für die Rotkreuz-Schwestern das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz – allerdings ohne die 18-monatige Befristung, die über eine Ausnahmeregelung ausgehebelt werden soll. Ob das so klappt, hängt aber auch von der genauen Urteilsbegründung des Bundesarbeitsgerichtes ab, die noch nicht vorliegt.

 Warum Andrea Nahles die Ausnahme für die DRK-Schwesterschaften mitträgt, hat wohl vor allem zwei Gründe: Nicht nur in Schleswig-Holstein sind etliche Krankenhäuser auf die DRK-Schwestern angewiesen. Und zweitens will sich die Bundesregierung wohl auch Personal für Notfälle sichern. Denn die Rotkreuzschwestern stehen auch für humanitäre Arbeit bei Katastrophenfällen im In- und Ausland zur Verfügung.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

Mehr aus Nachrichten: Schleswig-Holstein 2/3