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Autonome ketten sich an Luftschlossfabrik

Ausschreitungen Autonome ketten sich an Luftschlossfabrik

Die Polizei hat das autonome Kulturzentrum Luftschlossfabrik in Flensburg fast vollständig geräumt. Dabei stießen die Beamten am Mittwoch auch auf Widerstand. Ein Mann und eine Frau hätten sich am Nachmittag an eine pyramidenförmige Holzkonstruktion angekettet, sagte eine Polizeisprecherin.

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Mit Wasserwerfern und zahlreichen Einsatzkräften hat die Polizei in Flensburg die Räumung des autonomen Kulturzentrums Luftschlossfabrik begonnen.

Quelle: Benjamin Nolte/dpa

Flensburg. Die Polizei rückte mit schwerem Werkzeug an, um die Blockade zu lösen. Am Morgen war die Polizei mit Wasserwerfern und mindestens einer Hundertschaft zum Gelände am Harniskai aufgezogen. Nachdem Sonderwagen die Barrikaden am Eingang durchbrochen hatten, zogen sich die geschätzt 20 Autonomen zunächst in die Gebäude auf dem besetzten Gelände zurück. Vermummte bewarfen die Beamten mit Böllern, Holzlatten und Feuerlöschern.

Anschließend schlugen Polizisten die Scheiben der Gebäude ein und stürmten den Komplex, Wasserwerfer kamen zum Einsatz. Mehrere Autonome seien daraufhin „mit einfacher körperlicher Gewalt“ abgeführt und festgenommen worden, sagte die Polizeisprecherin.

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Rund ein Dutzend überwiegend jüngerer Menschen hatte seit etwa zwei Jahren Gebäude und Gelände ohne Genehmigung genutzt. Zahlreiche Bewohner verließen bereits am Vortag mit ihren Bauwagen den Standort. Ursprünglich sollte auf dem Gelände am Harniskai eine Firma für Flugboote siedeln. Anschließend lag es auch wegen Rechtsstreitigkeiten zwischen Stadt und Pächter brach.

Stadt billigte Räumung

Da der Pächter nach einem Gerichtsurteil verpflichtet gewesen sei, das Gelände geräumt der Stadt zu übergeben, habe die Polizei den damit beauftragten Gerichtsvollzieher nun unterstützt, sagte Stadtsprecher Clemens Teschendorf. Die technischen Betriebe der Stadt hätten inzwischen damit begonnen, den Abfall auf dem Gelände zu beseitigen.

Die Stadt Flensburg hatte die Räumung des Kulturzentrums am Dienstagabend erneut gebilligt. Einen Antrag, wonach die Räumung zunächst ausgesetzt werden sollte, zogen die Grünen in einer Sitzung des Hauptausschusses zurück. „Wir wollen verhindern, dass der Antrag abgelehnt wird“, begründete die Fraktionsvorsitzende Ellen Kittel-Wegner diesen Schritt, nachdem die Aussprache ergeben hatte, dass eine Mehrheit unwahrscheinlich ist. Flensburgs Oberbürgermeister Simon Faber (SSW) hatte zuvor gesagt, er hätte einen entsprechenden Beschluss angefochten, da es zu der Frage ein gültiges Gerichtsurteil sowie ein anderslautendes Votum der Vollversammlung des Rats gebe.

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