15 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
Berührend auf den ersten Blick

BDA-Preis 2015 Berührend auf den ersten Blick

Der Ort für den feierlichen Akt war mit Bedacht gewählt: Auch die Kunsthalle Kiel, genau der 2012 gläsern neu gestaltete Eingangsbereich, wurde mit einem BDA-Preis 2015 ausgezeichnet. Insgesamt stehen sechs Bauwerke für herausragende Architektur der vergangenen vier Jahre.

Voriger Artikel
Mehr Fernzüge für den Norden
Nächster Artikel
Mann aus brennender Wohnung gerettet

Glückliche BDA-Preisträger mit Plaketten in der Kunsthalle Kiel (von links): Volker Hauth, Andreas Kalkowski, Architekt Björn Bergfeld, Architekt Ingo Siegmund, GMSH-Chef Hans-Adolf Bilzhause, Architekten Brigitte und Gregor Sunder-Plassmann, Kunsthallenchefin Anette Hüsch, Architekten Klaus H. Petersen, Markus Kaupert, Bürgermeister Peter Todeskino, Architekten Andreas Christian Hühn und Jens Wätke, Sophia Kunst, Architektin Claudia Schallert, Architekt Thomas Mau.

Quelle: Volker Rebehn

Kiel. Drei Preisträger-Plaketten gehen diesmal nach Kiel. Die erfolgreichsten Büros kommen aus Lübeck: Konermann + Siegmund Architekten wurden zwei BDA-Preise zuerkannt, Petersen Pörksen Partner (PPP) erhielten für die Erweiterung der Kieler Hans-Christian-Andersen-Schule einen BDA-Preis, daneben zwei Auszeichnungen für die Gemeinschaftsschul-Erweiterung in Handewitt sowie für das Osterkirchenzentrum in Klein Offenseth-Sparrieshoop.

 Jan O. Schulz (BSP Architeken, Kiel), in jetzt dritter Amtszeit Landesvorsitzender des aktuell 166 berufene Mitglieder starken Bundes Deutscher Architekten (BDA) Schleswig-Holstein, stellte die große Bandbreite der ausgezeichneten Objekte heraus – darunter auffallend viele Sanierungen und Umbauten. Sie stünden alle auf ganz individuelle Art und Weise für gute Architektur und seien zudem, auch ein Kriterium, „Bauten, die in Würde altern können“. Jury-Vorsitzender Prof. Peter Schürmann (Stuttgart) formulierte die Qual der Auswahl so: „Es gibt sehr viele gute Architektur, bei der man es schwer hat, ansatzweise objektivierbares auszusetzen“. Da bleibe nur zu hoffen, das es weiterhin immer mehr davon gibt. Etwa im Wohnungsbau, der in den 56 Einreichungen erneut unterrepräsentiert war – dabei sei er „die wichtigste Bauaufgabe überhaupt“. Die sich freilich besonders oft in festen Strukturen bewege, deutete er an: „Da ist es sehr schwer, herausragendes zu schaffen“, wie er es etwa in Kopenhagen oder auch in Hamburg wahrnimmt. Dass solche Strukturen, dass Kostendeckel auch bei den aktuell ausgezeichneten Neubauvorhaben vereinzelt zu gewissen Abstrichen in der Qualität führen können, wurde bei der Preisvergabe nicht verschwiegen.

 Generell, und dafür stehen die Auszeichnungen in ihrer Vielfalt, „diktiert eine vielfältige, freie Gesellschaft keinen Architekturstil“. Das deutet auf komplexe Beurteilungsprozesse hin. Der erste Eindruck sei wichtig, verwies Schürmann auf den „berührenden“ Aspekt. Dazu komme beim näheren Hinschauen das dramaturgische Moment, gehe es um Stimmigkeit und Nutzbarkeit jenseits des Effektes. Und: Gute Architektur resultiere aus dem Zusammenwirken mit dem Bauherrn. Weshalb die alle vier Jahre vergebenen BDA-Preise auch an Architekten und Bauherren gemeinsam verliehen wurden.

 Zum Fachurteil der Jury, die zwei Tage lang intensiv das Land bereiste, kam in diesem Jahr erneut das Publikumsurteil: Die Zeitungsverlage im Land fragten ihre Leser nach ihrem Favoriten unter den zwölf ausgezeichneten, in einer sommerlichen Serie auf unseren Kulturseiten vorgestellten Projekte: Ein Mehrheit entschied sich für das Käte-Ahlmann-Haus in Büdelsdorf aus den 60er Jahren, das von den Architekten Catharina Ahlmann, Heike Hillebrand und Helmut Hansen laut Jury „in hervorragender Weise zeitgemäß neu gestaltet wurde“. Vier Gewinner werden sich von diesem Gebäude demnächst ein genaueres Bild machen können.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Konrad Bockemühl
Ressortleiter Kulturredaktion

Mehr aus Nachrichten: Schleswig-Holstein 2/3