4 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Sohn steht vor Gericht

Bauernhof in Flammen Sohn steht vor Gericht

Ein 22-Jähriger soll im Mai 2016 den Hof seines Vaters in Hanerau-Hademarschen angezündet haben. Seit Montag muss sich der wegen Wiederholungsgefahr in U-Haft sitzende Mann vor dem Kieler Landgericht wegen besonders schwerer Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung verantworten.

Voriger Artikel
Eltern verzichten auf weitere Beschwerde
Nächster Artikel
Kielerin: Nikotinsucht ist eine Krankheit

Der Angeklagte soll im Mai 2016 auf dem Hof seines Vaters ein Feuer gelegt haben. Wohn- und Wirtschaftsgebäude wurden komplett zerstört.

Quelle: KFV

Kiel. Gegenüber der Polizei soll er die Tat bereits gestanden haben. Laut Anklage schlich sich der arbeitslose und hoch verschuldete Sohn, der nur wenige Hundert Meter entfernt vom Tatort wohnte, in der Nacht zum 6. Mai auf das väterliche Anwesen. In einem Schuppenkomplex soll er gegen 1.50 Uhr mit einem Feuerzeug einen alten Strohballen in Brand gesteckt haben.

Vom Anbau griffen die Flammen schnell auf das Wohn- und Wirtschaftsgebäude über, in dem der Vater des Angeklagten und der Mieter einer Einliegerwohnung schliefen. Der Sohn habe gewusst, dass sich zwei Menschen im Gebäude aufhielten, wirft ihm Staatsanwalt Timo Beck vor. Der Vater soll rechtzeitig erwacht sein und das brennende Gebäude unverletzt verlassen haben. Der Untermieter (60) dagegen „bemerkte nichts von der lebensgefährlichen Ausbreitung des Feuers“. Er konnte sich erst im letzten Moment auf einen Balkon retten. Von dort barg ihn die Feuerwehr über eine Leiter.

Der Zeuge wurde mit einer lebensgefährlichen Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus gebracht. Sein Überleben sei nur einem glücklichen Zufall zu verdanken, so der Staatsanwalt. Rund 80 Einsatzkräfte von fünf Feuerwehren konnten nicht verhindern, dass das Haus völlig niederbrannte.

Wer als Brandstifter die schwere Gesundheitsschädigung eines Menschen verursacht, muss laut Strafgesetzbuch mit zwei Jahren Mindeststrafe rechnen. Mindestens fünf Jahre sind zu verhängen, „wenn der Täter einen anderen Menschen in die Gefahr des Todes bringt“. Der Angeklagte soll unter Einfluss von Alkohol gezündelt haben und schon früher als Brandstifter in Erscheinung getreten sein. Motiv war „Frust über die Unzulänglichkeiten seines Lebens“, so die Anklage. Offenbar hatte er Probleme mit seiner Lebensgefährtin und dem gemeinsamen Kind.

Anderthalb Stunden vor dem Brand soll der Angeklagte den Untermieter nach gemeinsamem Kneipenbesuch am Tatort abgesetzt haben. Er selbst hatte zur Tatzeit rund ein Promille Alkohol im Blut, hieß es. Am Prozess nimmt auch ein psychologischer Sachverständiger teil, der die Persönlichkeit und die Schuldfähigkeit des Angeklagten begutachten soll. Bei der Fortsetzung am 15. November will sich der 22-Jährige zur Person und zur Sache äußern.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten: Schleswig-Holstein 2/3