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Verendete Rinder auf Bauernhof entdeckt

Behrendorf Verendete Rinder auf Bauernhof entdeckt

Grässliche Szenen haben sich Kontrolleuren auf einem Bauernhof in Nordfriesland geboten. Sie entdeckten 25 tote Rinder. Einige lagen wohl seit Wochen in der Hitze. Aus der Ferne wirkte alles friedlich.

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Auf einem Bauernhof in Nordfriesland sind mindestens zwei Dutzend vernachlässigte Rinder verendet.

Quelle: dpa

Behrendorf. Grausiger Fund auf einem Bauernhof in Nordfriesland: Mindestens zwei Dutzend vernachlässigte Rinder sind dort verendet. Die teilweise verwesten Kadaver lagen in der Nähe von Behrendorf in Ställen, in dem der Kot eine Höhe von rund 40 Zentimetern erreicht hatte, wie die Polizei am Dienstag mitteilte.

Noch lebende Rinder wurden bei einer Routinekontrolle am Donnerstag vergangener Woche in erbärmlichem Zustand angetroffen. Schon auf dem Hofplatz und später in mehreren Ställen entdeckten Vertreter des Kreisveterinäramtes und des Ordnungsamtes Viöl die Kadaver.

Rund 150 Rinder und einige Schafe hält der Landwirt aus Nordfriesland. Die Milch lieferte der Betrieb an eine Meierei. Nach Angaben des zuständigen Veterinäramte war der Viehbetrieb bei den Milchuntersuchungen nie negativ aufgefallen.

„Es hat auch keine Anrufe von Bürgern gegeben, die das Veterinäramt auf diesen Betrieb aufmerksam gemacht hätten“, teilte die Behörde mit. Und weiter: „Von der Straße aus hätte ein Passant dem Betrieb nichts angesehen: Auf der Hauskoppel liefen gesunde Rinder, es gab aus der Ferne keine besonderen Auffälligkeiten.“

Die offensichtlichen Mängel in der Tierhaltung fielen erst bei einer Routinebesichtigung am 1. Juli auf. Einen Tag später rückten schließlich Mitarbeiterin des Kreis-Veterinäramtes an. Die Kontrolleure fanden insgesamt 25 verendete Rinder und 3 tote Schafe vor. Zum Teil waren nur noch Knochen übrig. Es sei mit noch mehr Kadavern zu rechnen, sagte ein Sprecher des Umweltschutzdienstes der Polizei.

Dem Besitzer wurde das Halten von Schafen und Rindern sofort verboten. Die noch lebenden Tiere musste er umgehend abgeben und die Ställe räumen. Sie kamen in andere Betriebe oder werden geschlachtet. „Man braucht sehr viel Disziplin und Selbstüberwindung, um Tierkadaver einzusammeln, die teils seit Tagen oder Wochen in der Hitze gelegen haben“, sagte Kreisveterinär Dieter Schulze.

Gegen den Halter leiteten die Behörden ein Verfahren nach dem Tierschutzgesetz. Die Umweltpolizei will in Absprache mit dem Kreisveterinäramt Strafanzeige gegen ihn stellen. Ihm drohen eine Geldstrafe oder bis zu drei Jahre Haft.

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