16 ° / 14 ° wolkig

Navigation:
Junger Wolf bei Unfall getötet

B 207 bei Ratzeburg Junger Wolf bei Unfall getötet

Wieder sind Wölfe dem Straßenverkehr zum Opfer gefallen: Am Montag früh wurde ein Wolf nordwestlich von Ratzeburg bei einem Zusammenprall mit einem Auto auf der B 207 getötet, teilte das Umweltministerium in Kiel mit. Der Autofahrer kam offenbar mit dem Schrecken davon.

Voriger Artikel
Polizei sucht Zeugen nach Säureunfall
Nächster Artikel
Auftritt des türkischen Außenministers vorerst abgesagt

Wölfe kehren langsam nach Schleswig-Holstein zurück.

Quelle: Uwe Paesler

Ratzeburg. Auch bei Hagenow in Mecklenburg-Vorpommern wurde ein Wolf am Montagmorgen von einem Auto überfahren. Der Wolf war einem Mann von der Seite vor das Auto gelaufen und durch den Aufprall zur Seite geschleudert worden. Das Tier sei sofort tot gewesen, berichtete der Autofahrer, als er den Unfall mit Sachschaden der Polizei Ratzeburg meldete. Der Wolfsbetreuer, der wie bei solchen Vorfällen üblich sofort zur Unglücksstelle kam, stellte fest, dass es sich bei dem getöteten Tier um einen etwa 35 Kilogramm schweren Wolfsrüden handelte. Das Tier war noch jung  – entweder ein Welpe aus dem Jahr 2016 oder ein sogenannter Jährling, der 2015 geboren wurde. Im benachbarten Mecklenburg-Vorpommern hatte ein Wolfsrudel im Bereich der Lübtheener Heide im Jahr 2016 Welpen großgezogen. Dieses Gebiet liegt 30 bis 50 Kilometer vom Unfallort entfernt. Von dort könnte der junge Wolf eingewandert sein.

Wolf wird weiter untersucht

Wo das Tier genau herkam und in welchem Zustand es war, sollen nun weitere Untersuchung klären. Dazu wurde das verunglückte Tier sofort zum  Leibnitz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) nach Berlin gebracht. Blutproben des Wolfes gehen zudem an das Senckenberg-Institut nach Gelnhausen. Dort, am nationalen Referenzzentrum für genetische Untersuchungen bei Luchs und Wolf, wird die Herkunft geklärt. Der aktuelle Fall in Schleswig-Holstein ist seit 2007 bereits der fünfte Wolf, der dem Straßenverkehr zum Opfer gefallen ist. Verkehrsunfälle sind in Deutschland eine der Haupttodesursachen für Wölfe. Insbesondere jungen, unerfahrenen Tieren, die sich von ihrem Heimatrudel getrennt haben und auf der Suche nach einem eigenen Revier und einem Partnern weite Strecken zurücklegen, wird der Autoverkehr zum Verhängnis

 

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

Mehr aus Nachrichten: Schleswig-Holstein 2/3