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Urteil: Bewährungsstrafe und Verwarnungen

Brandstifter in Ahrensburg Urteil: Bewährungsstrafe und Verwarnungen

Nach einer Serie von Brandstiftungen müssen sich vier Feuerwehrleute in Ahrensburg vor Gericht verantworten. Am Ende kommt ein Angeklagter mit einer Bewährungsstrafe davon, die drei anderen erhalten Geldstrafen — selbst aus Sicht der Verteidigung ein mildes Urteil.

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Im Prozess gegen vier Feuerwehrleute hat das Jugendschöffengericht Ahrensburg einen Angeklagten wegen Brandstiftung und Anstiftung zur Sachbeschädigung zu einem Jahr und sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa

Ahrensburg. Erst zündeln, dann heldenhaft löschen: Im Brandstifter-Prozess gegen vier Feuerwehrleute hat das Jugendgericht in Ahrensburg (Kreis Stormarn) einen Angeklagten zu einer Bewährungsstrafe, die drei anderen zu Geldstrafen verurteilt.

Der 22-jährige Hauptangeklagte wurde am Dienstag wegen Brandstiftung, gemeinschaftlicher Brandstiftung und Anstiftung zur Sachbeschädigung schuldig gesprochen und zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt – zudem muss er 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Psychologische Gespräche auferlegt

Die drei Mitangeklagten im Alter zwischen 20 und 22 Jahren sprach das Jugendschöffegericht der Beihilfe schuldig – den einen wegen Beihilfe zur Sachbeschädigung, die anderen wegen Beihilfe zur Brandstiftung und Sachbeschädigung. Alle drei bekamen Geldstrafen zwischen 300 und 1000 Euro. Außerdem wurde den vier Ex-Feuerwehrleuten auferlegt, psychologische beziehungsweise pädagogische Gespräche zu führen.

Nach Ansicht des Gerichts hatten die damaligen Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Ahrensfelde immer wieder Strohballen und Strohlager angezündet, um sich bei den Löscharbeiten hervortun zu können. Wie die Vorsitzende Richterin Silke Freise bei der Urteilsbegründung erklärte, wäre es ohne die Initiative des Hauptangeklagten nicht zu den Taten gekommen.

Der 22-Jährige sei frustriert gewesen, weil er sich in seinem Freundeskreis nicht zugehörig gefühlt habe. „Er suchte Anerkennung, wollte im Mittelpunkt stehen“, sagte Freise. Deshalb habe er bereits 2013 zwei Feuer gelegt. Weil er verdächtigt wurde, habe er gegen Bezahlung andere zu Brandstiftungen angestiftet und sich dann Alibis für die Taten beschafft.

Besonders verwerfliche Taten

Das Quartett wurde nach dem Jugendstrafrecht verurteilt, da die jungen Männer zum Tatzeitpunkt noch unter 21 waren. Strafverschärfend wirkte sich laut Gericht die Verwerflichkeit der Tat aus. Als Feuerwehrmitglied habe man eine Schutzpflicht – diese sei verletzt worden.

Ähnlich sah es der stellvertretende Wehrführer von Ahrensfelde, Peter Körner, nach der Urteilsverkündung: „Sie haben den Ruf von Zehntausenden Feuerwehrleuten geschädigt und ihre Kameraden wissentlich in Gefahr gebracht“. Strafmildernd wertete das Gericht eine fehlende schädliche Neigung. Den drei Mitangeklagten konnte zudem keine aktive Planung der Brandstiftungen zweifelsfrei nachgewiesen werden. Ein Verteidiger sprach von einem entsprechend milden Urteil.

Die Staatsanwaltschaft hatte für das ganze Quartett Bewährungsstrafen nach dem Jugendstrafrecht gefordert. Angeklagt waren die vier wegen Brandstiftungen und Anstiftung zur Brandstiftung. Der 22-jährige Hauptbeschuldigte hatte im Laufe des Prozesses ein Teilgeständnis abgelegt. Die drei Mitangeklagten hatten geschwiegen.

Über Monate hatte 2014 eine Brandserie Ahrensburg in Atem gehalten. Es entstand ein Sachschaden von fast 100 000 Euro. Verletzt wurde niemand. Bei einem Prozess im Juli wurden bereits zwei junge Männer wegen Brandstiftung zu Haftstrafen verurteilt. Sie hatten zwischen Juli und Oktober 2014 in der Umgebung von Ahrensburg in vier Fällen Feuer gelegt. Die damals 17 und 20 Jahre alten Angeklagten hatten im Prozess angegeben, von Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Ahrensfelde beauftragt worden zu sein.

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