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Der digitale Aufbruch nimmt Fahrt auf

Bildung in SH Der digitale Aufbruch nimmt Fahrt auf

In diesem Jahr will Schleswig-Holsteins Landesregierung 850 000 Euro in die Umsetzung des Projektes „Lernen mit digitalen Medien“ investieren – mehr als das Dreifache als noch im vergangenen Jahr.

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Lernen mit digitalen Medien: Für Bildungsministerin Britta Ernst (rechts) spielt das Thema eine zentrale Rolle.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Den Löwenanteil von 500 000 Euro erhalten 26 weitere Modellschulen für technische Ausstattung, Medienberater und Begleitveranstaltungen. „Es gibt keine Schule im Land, die das Thema nicht für sich angenommen hätte“, stellte Loßack am Dienstag fest. Medienbildung sei als Aufgabe aller Fächer in den Fachanforderungen der Sekundarstufen I und II fest verankert. In der Szene spreche man von einer tiefgreifenden digitalen Revolution, und zu den drei Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen geselle sich längst auch digitale Technik – Widersprüche inklusive. Der Staatssekretär verwies auf wissenschaftliche Untersuchungen, wonach Kinder mit dem Tablet-Computer zwar schneller als mit herkömmlichen Schulbüchern lesen, aber schlechter schreiben lernen. Füller, Schreibheft, Tuschkasten und Malblock blieben deshalb als klassische Unterrichtsmaterialien auch weiterhin unverzichtbar. „Die Ergebnisse können dann aber mit dem iPad dokumentiert und präsentiert werden. Das ist phänomenal.“

Kultur des Teilens beflügeln

Mit ihrer Initiative will die Landesregierung den Unterricht verbessern und die „extrem hohe Motivation der Lehrkräfte nutzen“. An den Modellschulen – künftig 46 an der Zahl – setzen sich zunächst ganze Teams mit dem Thema auseinander. Ganz bewusst habe die Jury Einrichtungen ausgewählt, an denen bereits „der digitale Geist weht und Leuchtturmprojekte flackern“. Damit auch Kollegien anderer interessierter Schulen von den Erkenntnissen profitieren, organisiert das Ministerium unter anderem gemeinsame Workshops. „Mein Wunsch ist, die Kultur des Teilens unter den Lehrkräften zu beflügeln“, sagte Loßack.

Als weitere wichtige Schritte nannte der Bildungsstaatssekretär neben der Lehreraus- und Fortbildung die Versorgung mit verlässlicher Technik – Glasfaseranbindung inklusive. An 40 Schulen wolle man den Einsatz digitaler Schulbücher erproben, auch werde es ein Projekt zur Nutzung von Lernprogrammen und Lernsoftware geben. Seit Juni 2016 teste man die Methode bereits an 28 Schulen. Was ist aber, wenn sich ein Schüler kein Tablet leisten kann? Loßack verwies darauf, dass sich die Schulen auf solche Fälle eingerichtet hätten und den Kindern gegebenenfalls ein Gerät zur Verfügung stellen. „Ob ein Gerät vorhanden ist, ist das geringste Problem.“

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Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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