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Stellenpläne versetzen Schulen in Aufruhr

Bildungsministerium will Schulräte tauschen Stellenpläne versetzen Schulen in Aufruhr

Das Bildungsministerium besetzt die Schulaufsicht neu und hat mit überraschenden Personalentscheidungen Proteste ausgelöst. In Kiel soll Schulrätin Barbara Weber bereits zum 1. April versetzt werden. Nach zehnjähriger Dienstzeit soll sie ihren Posten mit dem Plöner Kollegen Stefan Beeg tauschen.

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Der Entschluss des Bildungsministeriums von Britta Ernst sorgt für Aufruhr.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

KIEL. In Lübeck soll Schulrat Helge Daugs zum 1. Juli nach Eutin wechseln. Unverständnis und Ärger sind die Folge.

 In der kurzfristig anberaumten Schulleiter-Dienstversammlung in Kiel schlugen die Nachricht am Montag ein wie eine Bombe. Nach Informationen der Kieler Nachrichten sorgte nicht nur die Versetzung der Schulrätin für Unruhe, sondern auch die überraschende Entscheidung, die Stelle der zweiten Kieler Schulrätin, Dagmar Lorenzen, ersatzlos zu streichen. Sie ist bereits seit einigen Monaten tageweise im Bildungsministerium tätig. Ähnliche Pläne gab es auch für Lübeck. Dort sollten sich drei Beamte die Schulaufsicht für Lübeck und Ostholstein teilen. Die Hansestadt hätte dann nur noch einen Schulrat gehabt.

 Die Stellenstreichungen sind inzwischen vom Tisch. Die Proteste in Kiel und Lübeck veranlassten das Ministerium am Mittwoch kurzfristig zu Korrekturen. Das Ministerium habe sich die Einschätzung und Kritik „sehr genau angesehen und bewertet“, erklärte Ministeriumssprecher Thomas Schunck. Die Argumente seien „nachvollziehbar und gut begründet“. Deshalb würden in Lübeck, Ostholstein und Kiel auch weiterhin jeweils zwei Schulräte tätig sein.

 Nach Angaben der Kieler Bildungsdezernentin Renate Treutel bleibt es aber beim Ämtertausch von Barbara Weber und Stefan Beeg. Die zweite Schulratsstelle schreibe das Land aus. Dem neuen Schulrat werde eine „ortskundige Person“ zugeordnet, versprach das Ministerium. „Ob das ausreicht, die zurzeit extrem angespannte Situation an vielen unserer Schulen vor allem durch die vielen Flüchtlingskinder zu bewältigen, muss man abwarten“, sagte Treutel.

 Allein steht sie mit dieser Sorge nicht. Etwa 20 Kieler Schulleiter machten ihrer Wut über den plötzlichen Schulratswechsel in einem Brief an das Ministerium Luft. Es stelle die betroffenen Schulen vor „vollendete Tatsachen“, dies sei „nicht der Stil, den wir in Kiel pflegen.“ Der Wechsel mitten im Schuljahr mache keinen Sinn. Zumal nicht zu erwarten sei, dass der neue Schulrat aus Plön über die nötigen Ortskenntnisse verfüge.

 Eine Begründung für die Versetzung der Schulräte lieferte das Ministerium nicht. „Wir prüfen das Aufgabenaufkommen von Schulräten und ihre Verteilung im ganzen Land“, sagte der Sprecher. Dass Kiel durch den Stellentausch lokalen Schul-Sachverstand verlieren könnte, wies er zurück. „Das sehe ich nicht.“

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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Mit solch heftigen Protesten gegen ihre Pläne zu den Schulratsstellen in Lübeck und Kiel hat das Land offenbar nicht gerechnet. Anders ist die teilweise Rücknahme der Entscheidungen zu Stellenstreichung und Versetzung von Schulräten kaum erklärbar.

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