18 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Im Norden schlägt’s nur selten ein

Blitzatlas Im Norden schlägt’s nur selten ein

Der Blitz-Informationsdienst hat seinen Atlas mit den Daten für 2014 vorgestellt. Das Ergebnis für Schleswig-Holstein: Das Bundesland wird zumeist von Blitzen verschont.

Voriger Artikel
"Fehmarnbelt-Tunnel wird gebaut"
Nächster Artikel
Brand in Disko: Sechs Personen leicht verletzt

Insgesamt entluden sich im vergangenen Jahr mehr als 622600 Blitze über Deutschland. Das sind etwa 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Schleswig-Holstein ist am wenigsten betroffen.

Quelle: Matthias Habel

Kiel. An starken Gewittertagen zucken meist mehr als 200000 Blitze durch den Himmel über Deutschland. Häufig schlägt es dann auch ein. Doch in Schleswig-Holstein braucht man sich nicht so viele Sorgen zu machen: Denn im nördlichsten Bundesland wurden im vergangenen Jahr die wenigsten Blitzeinschläge pro Quadratkilometer registriert – Brandenburg landete auf Platz eins. Dies geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Blitzatlas 2014 hervor.

 Insgesamt entluden sich im vergangenen Jahr mehr als 622600 Blitze über Deutschland, etwa 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Als Blitze-Hauptstadt Nummer eins entpuppte sich Cottbus. Auf jeden Quadratkilometer der brandenburgischen Stadt gingen, laut der Daten des Blitz-Informationsdienstes von Siemens (Blids), rechnerisch 8,4 Blitze nieder. Die wenigsten Blitze, die Kontakt mit der Erdoberfläche oder Gebäuden hatten, gab es im ostfriesischen Landkreis Aurich und in der niederbayerischen Stadt Passau. „Dort sind es 0,23 Einschläge je Quadratkilometer gewesen“, teilt Blids-Leiter Stephan Thern mit.

 Prinzipiell gilt: Im Süden Deutschlands gibt es mehr Blitze als im Norden. Das hänge vor allem von den jeweiligen Temperaturen und der Großwetterlage ab. Genau vorhersagen lassen sich Blitze aber nicht. „Man kann nur sehen, dass sich ein Gewitter beziehungsweise eine -front aktuell mit einer bestimmten Geschwindigkeit in eine bestimmte Richtung bewegt. Aber eine Garantie, dass das Gewitter auch auf diesem Kurs bleibt, gibt es nicht“, so Thern. Außerdem bilden sich Gewitterwolken häufiger an Gebirgen, ergänzt Diplom-Meterologe Heino Strunck vom Kieler Unternehmen Wetterwelt. „Die fehlen bei uns im Norden natürlich.“

 Aber auch regional sind große Unterschiede zu verzeichnen. In Schleswig-Holstein wurden beispielsweise im Kreis Herzogtum Lauenburg und in Lübeck mehr als ein Blitzeinschlag pro Quadratmeter registriert. Anders sieht es hingegen an der dänischen Grenze aus: In Flensburg landeten nur 0,4 Blitze pro Quadratkilometer in der Erde. Kiel liegt mit insgesamt 65 registrierten Erdblitzen und 0,6 Blitzeinschlägen pro Quadratkilometer im unteren Mittelfeld beim Nord-Vergleich.

 Jeder Blitz erzeugt eine elektromagnetische Welle, die über mehrere hundert Kilometer hinweg gemessen werden kann. „Die Blids-Zentrale in Karlsruhe greift dabei auf Daten von rund 150 Messstationen in Europa zu. Aus diesen können wir bis auf 200 Meter genau ermitteln, wo gerade ein Blitz eingeschlagen hat“ , erklärt Thern. „Zum Schutz von Menschen, Technik und Infrastruktur analysieren wir bereits seit 1991 die registrierten Blitze und senden umgehend Warnhinweise an unsere Gewitteralarm-Kunden.“ Genutzt wird dieser Dienst unter anderem von Wetterdiensten, Versicherungen, Industrieunternehmen sowie Betreibern von Stromnetzen. Gerade für Betreiber von Überlandleitungen haben diese Informationen eine besondere Relevanz, weiß Thern. So können diese, wenn eine Leitung ausfällt, schnell klären, ob ein Blitz oder ein umgestürzter Baum für den Stromausfall verantwortlich ist. „Falls wir den Blitzeinschlag bestätigen, kann die Leitung schnell wieder ans Netz genommen werden. Bei einem Baum dauert es natürlich länger.“

 Aber auch Versicherungen benötigen aktuelle Daten über Blitzeinschläge. Schließlich werden jährlich laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft zwischen 300000 und 500000 Blitz- und Überspannungsschäden gemeldet. Diese verursachten 2014 einen Schaden von 340 Millionen Euro. 2013 lag die Schadenssumme bei 280 Millionen Euro.

  www.blids.de

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Jana Ohlhoff
Lokaldesk

Das THW-Magazin

Erfahren Sie mehr!
Einblicke hinter die
Kulissen des THW-Kiel

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Anzeige
ANZEIGE
Mehr aus Nachrichten: Schleswig-Holstein 2/3