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Demonstranten blockieren Einfahrt zum Akw Brokdorf

Alarmmeldung Demonstranten blockieren Einfahrt zum Akw Brokdorf

Protest vor dem Atomkraftwerk Brokdorf: Demonstranten ketten sich an und blockieren die Einfahrten. Anlass der Aktion ist der Jahrestag der Atomkatastrophe von Fukushima. Ein Alarm sorgte zwischenzeitlich für große Unruhe.

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Der Protest verläuft nach Polizeiangaben bisher friedlich.

Quelle: Daniel Friederichs

Brokdorf. Zwei kleine Demonstranten-Gruppen haben am Freitag die beiden Einfahrten zum Kernkraftwerk Brokdorf (Kreis Steinburg) an der Elbe blockiert. Die noch in der Dunkelheit um 5 Uhr morgens gestartete Aktion dauerte bis zum Nachmittag und verlief friedlich, wie eine Polizeisprecherin sagte. Anlass war der Jahrestag der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima vom 11. März 2011.

Für eine halbe Stunde sorgte ein Alarm in Brokdorf für Verwirrung: Wegen eines vorübergehend fehlenden Funkkontakts zu einem Flugzeug im deutschen Luftraum hatten die Behörden angeordnet, die Kernkraftwerke Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) und Brokdorf kurzzeitig zu räumen – bis auf die Notbesetzung. Krümmel (Kreis Herzogtum Lauenburg), das dritte AKW in Schleswig-Holstein, war nicht betroffen.

Bei der Blockade in Brokdorf konnten Fußgänger passieren, aber nicht Fahrzeuge. „Heute früh haben AktivistInnen von ContrAtom, Robin Wood und der BI Kiel gegen Atomanlagen die Schließung des Atomkraftwerks Brokdorf selbst in die Hand genommen und verhindern die Arbeiten zum Wiederanfahren des Reaktors“, hieß es in einer Presseerklärung der Blockierer. Die Demonstranten stellten Fässer auf, teils ketteten sie sich auch an die Fässer und an den Zaun des AKW-Geländes. Sie forderten die sofortige Schließung aller Atomanlagen weltweit.

Seit Beginn der planmäßigen Jahresrevision am 4. Februar ist Brokdorf vom Netz. Der Grund: Es war festgestellt worden, dass sich an Brennstäben außergewöhnlich dicke Oxidschichten gebildet hatten.

Sprengt alle bisherigen Prognosen

Der für die Atomaufsicht zuständige Energie- und Umweltminister Robert Habeck (Grüne) sprach kürzlich von einem ernstzunehmenden Befund. „Besorgniserregend ist vor allem, dass die Prozesse im Reaktorkern offensichtlich anders ablaufen als erwartet“, sagte Habeck. „Eine so starke Oxidierung in kurzer Zeit sprengt alle bisherigen Prognosen.“ Erst wenn die Ursache geklärt sei, könne das Akw wieder anfahren. „Alles andere wäre fahrlässig.“

Eine Ministeriumssprecherin sagte am Freitag, die Ursache sei weiterhin ungeklärt. Daher sei noch nicht absehbar, wann Brokdorf wieder ans Netz gehen könne. Brokdorf ist das letzte verbliebene Atomkraftwerk in Schleswig-Holstein, das noch Strom produzieren darf.

Nach Ansicht der Demonstranten hat die Katastrophe von Fukushima gezeigt, „es kann kein sicheres Atomkraftwerk geben“. Infolge eines Erdbebens und Tsunamis kam es in Fukushima in mehreren Reaktoren zu einer Kernschmelze, es trat radioaktive Strahlung aus. Zahlreiche Bürger-Initiativen haben zum sechsten Jahrestag dazu aufgerufen, mit Mahnwachen an das Unglück zu erinnern. Am Sonnabend ist eine Demonstration von Atomkraftgegnern in Hamburg geplant.

dpa

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KN-online (Kieler Nachrichten)

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