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Eine Fähre vom Rhein für den Kanal

Brunsbüttel Eine Fähre vom Rhein für den Kanal

32 Jahre lang war die Kanalfähre „Adler 1“ das nach Dienstjahren jüngste Fährschiff auf dem Nord-Ostsee-Kanal. Die 1984 in Husum gebaute Fähre wurde nun durch die „St. Johannes“ abgelöst. Die 56 Meter lange Fähre wurde 1987 in Germersheim gebaut und ist jetzt in Brunsbüttel im Einsatz.

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Mit 29 Dienstjahren ist die in Rheinland-Pfalz ausgemusterte und nach Brunsbüttel überführte „St. Johannes“ deutlich jünger als die anderen Fährschiffe auf dem Nord-Ostsee-Kanal. Sie fährt Lastwagen und Baumaschinen zur Schleuseninsel in Brunsbüttel.

Quelle: Frank Behling

Brunsbüttel. Sie ist jedoch ausschließlich für die Baustelle der fünften Schleusenkammer unterwegs. Kieslaster, Betonmischer und Bagger werden mit ihr über den Kanal befördert. Alterstechnisch ist die „St. Johannes“ der Benjamin der Kanalfähren. Im Frühjahr wird sie den 30. Jahrestag der Indienststellung erleben. Sie war bis 2015 zwischen Linz am Rhein und dem Remagener Ortsteil Kripp unterwegs. Auf dem Rhein war sie aber zu unwirtschaftlich geworden. Deshalb trennte sich die Fährgesellschaft Linz-Kripp GmbH von dem Schiff, das für 30 Pkw und 600 Fahrgäste auf dem Rhein zugelassen war. Weil die Reederei vor zwei Jahren einen Neubau bestellt hatte, fiel die Entscheidung zum Verkauf.

Von Rheinland-Pfalz aus trat die „St. Johannes“ deshalb die Fahrt über Rotterdam und die Nordsee nach Brunsbüttel an. „Sie ist der beste Weg, um Baufahrzeuge und Material auf die Schleuseninsel zu bringen“, sagt ein Sprecher des zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Brunsbüttel. Für den Fährdienst auf dem Nord-Ostsee-Kanal wäre das Schiff zwar technisch geeignet, dafür ist es aber nicht zugelassen. Für die Personenbeförderung auf dem Kanal gelten zusätzliche Vorschriften. Die 16 Kanalfähren an den 14 Fährstellen sind außerdem zum Teil mit Rampen ausgestattet, die von der „St. Johannes“ nicht angelaufen werden können.

Das Durchschnittsalter der Kanalfähren liegt inzwischen bei 50 bis 55 Jahre und ist damit bereits lange am Rande der Wirtschaftlichkeit. Die Klappenfähre „Nobiskrug“ (Baujahr 1952) und die beiden Spitzfähren „Hochdonn“ und „Audorf“ (1953) haben bereits ihr 60-jähriges Dienstjubiläum hinter sich. Sie sollten eigentlich bereits 2017 erneuert werden. Die Mittel in Höhe von 14,5 Millionen Euro hat das Bundesverkehrsministerium in den Haushalt für 2015 eingestellt. Das Geld konnte aber bislang nicht abgerufen werden, weil die Ausschreibungen über ein Jahr Verspätung haben.

Auf Nachfrage teilte die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt in Kiel mit, dass die Ausschreibung in Kürze veröffentlicht werde. So könnten im nächsten Jahr die Aufträge vergeben werden. Die Indienststellung des ersten Neubaus wäre dann Anfang 2018 zu erwarten.

Die „St. Johannes“ soll bis 2020 in Brunsbüttel im Einsatz bleiben. Was danach aus dem Schiff wird, steht noch nicht fest. Möglicherweise kommt es dann nach Kiel. Dort wird dann auf der Schleuseninsel der Neubau der kleinen Schleusen in Angriff genommen. Das wird die nächste Großbaustelle am Kanal.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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