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Bürgermeister: Tourismus bekommt gewaltigen Schub

Helgoland Bürgermeister: Tourismus bekommt gewaltigen Schub

Ein Luxushotel, eine neue Dünenfähre, kulturelle Festtage - hohe Investitionen und neue Ideen sollen in den kommenden Jahren ganzjährig mehr Touristen auf die Hochseeinsel Helgoland locken. „In der Zeit von Mitte Juli bis Mitte August war die Insel komplett ausgebucht“, sagte der Helgoländer Bürgermeister Jörg Singer (parteilos).

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Der Felsen "Lange Anna" an der Nordwestspitze der Hochseeinsel Helgoland. Das Sommergeschäft 2016 war für die Tourismusbranche auf Helgoland ein Erfolg.

Quelle: dpa

Helgoland. „Wir wollen aber, dass die Urlauber länger bleiben und stärker auch im Winter da sind“, so der Bürgermeister. Dank zahlreicher Initiativen werde der Tourismus einen gewaltigen Schub bekommen. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir unser Ziel, 400 000 Übernachtungs- und Tagesgäste jährlich ab 2020, erreichen werden.“

Die Gäste-Zahlen für 2016 seien bereits sehr gut, betonte Singer. Dazu habe nicht zuletzt das neue Schiff MS „Helgoland“ beigetragen, das seit Ende 2015 auch im Winter eine zuverlässige und tägliche Verbindung ab Cuxhaven gewährleiste. In den ersten acht Monaten dieses Jahres zählte der Rote Felsen rund 269 000 Gäste, im Vorjahreszeitraum waren es noch 231 500. Im Vergleich zum Vorjahr ein Gäste-Zuwachs von etwa 17 Prozent.

„Wie hoch der Offshore-Faktor dabei ist, lässt sich noch nicht genau beziffern“, erläuterte Singer. Helgoland entwickelte sich in den vergangenen Jahren zur Offshore-Serviceinsel für drei Windparks. Das machte den Markt in den Sommermonaten noch enger, weil auch in dieser Zeit rund 200 Mitarbeiter der Windparks auf der Insel übernachteten.

3000 Betten gibt es insgesamt. „Der durchschnittliche Urlauber bleibt etwa vier Tage auf Helgoland und gibt etwa 115 Euro pro Tag aus“, berichtete der 50-Jährige. Der Tagestourist lasse knapp 80 Euro auf der Insel. Die Zahl der Übernachtungen ist seit 2010 bis 2015 von 239 000 auf 310 000 gestiegen (plus 30 Prozent).

In den besten Zeiten Mitte der 70er Jahre - als Butterfahrten und Zollfreiheit lockten - kamen jedes Jahr noch mehr als 700 000 Tagesgäste auf die Insel. Das brachte Deutschlands einziger Hochseeinsel das Image als „Fuselfelsen“ ein in Anspielung auf das Interesse vieler Touristen an den zollfreien alkoholischen Getränken. Die Zahl der Ausflügler sank laut Singer immer weiter, als der internationale Wettbewerb im Tourismus stieg. Helgoland suchte deshalb nach neuen Konzepten. „Es ist ein langer Weg aus der Butterfahrt-Dynastie heraus in einen qualitativ hochwertigen Tourismus“, räumte der Bürgermeister ein.

Helgoland hatte Mitte Juli Millionen-Investitionen angekündigt. Unter anderem sollen ein neues Aquarium, ein Hochsee-Dünen-Wassertaxi sowie eine neue Museumslandschaft gebaut werden. Außerdem will Helgoland seinen CO2-Ausstoß halbieren, um touristisch attraktiver zu werden. Ein neues 4-Sterne-Plus-Hotel mit 100 Zimmern soll gebaut werden. „Es wird eine starke Designarchitektur bekommen“, sagte Singer. Zudem werden noch mehr Bungalows auf der Helgoland vorgelagerten Düne gebaut - 32 sind es bereits, bis zu 50 dürften es werden. Das Angebot von Führungen zu Themen wie Robben, Vögel, Architektur oder Bunker wird weiter ausgebaut.

Noch mehr Veranstaltungen sollen an die interessante Geschichte der Insel erinnern. „Wir wollen kulturelle Ereignisse, die mit Helgoland zu tun haben, festlich aufladen“, sagte Singer. Als Beispiel nannte Singer die Festtage zu Ehren des 1997 gestorbenen Kinderbuchautors James Krüss. Der auf Helgoland geborene Schriftsteller wäre im Mai dieses Jahres 90 Jahre alt geworden. Auch das 175. Jubiläum des „Lieds der Deutschen“ feierte die Gemeinde kürzlich mit einem Festakt. Hoffmann von Fallersleben hatte das Werk, dessen dritte Strophe unsere heutige Nationalhymne ist, 1841 auf der damals noch britischen Hochseeinsel vollendet.

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