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Sturmflutenwelt schließt für immer die Tore

Büsum Sturmflutenwelt schließt für immer die Tore

Die Spatzen pfeifen es schon lange von den Dächern: Büsums „Sturmflutenwelt“ schließt. Am Monatsende ist es so weit. Ein Ersatz für Touristen in Schlechtwetterzeiten ist noch nicht in Sicht.

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Der Erlebnispark schließt zum Monatsende. Das Schlecht-Wetter-Angebot für Touristen war 2006 eröffnet worden.

 

Quelle: Carsten Rehder/dpa

Büsum. In Büsums „Sturmflutenwelt“ gehen die Lichter aus: Der Erlebnispark „Blanker Hans“ schließt zum Monatsende. Das Schlecht-Wetter-Angebot für Touristen war 2006 eröffnet worden. Ein hoch ambitioniertes und 7,7 Millionen Euro teures Projekt, doch die Hoffnungen erfüllten sich nicht. Es kamen lediglich ein Drittel der von Gutachtern erwarteten 200 000 Besucher: Nur 60 000 bis 80 000 Eintrittskarten konnten jährlich verkauft werden. Für Büsum bedeutete dies ein Betriebsdefizit in neun Jahren von bislang 6,5 Millionen Euro, wie Bürgermeister Hans Lütje sagte. Oder anders gesagt, für die Gemeindekasse ist das ein Minus von täglich rund 1800 Euro.

„Blanker Hans“ nennen die Menschen an der Küste die tobende Nordsee bei einer Unheil verkündenden Sturmflut. Die Idee für ihr Sturmflut-Erlebniszentrum „Blanker Hans“ war den Büsumern im Jahr 2005 auf der Weltausstellung in Japan gekommen. Attraktion im Deutschen Expo-Pavillon war damals eine High-Tech-Schienenbahn, die Besucher mitnahm auf eine virtuelle Reise: Vier Hydraulik-Aggregate und drei Aufzüge bewegten kleine transparente Kabinen durch die verschiedenen Stationen und schütteln sie bei Blitz und Donner zum Teil heftig durch.

Die Dithmarscher besorgten sich die Bahn aus Japan und bauten das rund 150 Tonnen schwere Stahlskelett in einem Gebäude in Form einer Welle wieder auf. Darum herum schufen sie mit Kulissen und Effekten eine eindrucksvolle Sturmflut-Show. Die Gäste sollten die Naturgewalten einer Sturmflut sinnlich und spielerisch erleben, sagte Landrat Jörn Klimant damals. Die Besucher schlüpften dabei in die Rolle von Flutopfern, die sich „in Sicherheit bringen“ müssen - jedoch mit der Garantie eines glücklichen Ausgangs.

Doch das Millionenprojekt kränkelte. Zu wenig Urlauber hatten den Wunsch, trockenen Fußes eine Sturmflut zu erleben. Am 30. Juni 2015 zogen die Büsumer daher die „Reißleine“. Die Gemeindevertretung beschloss, das Erlebniszentrum „Sturmflutenwelt ‘Blanker Hans'“ zu schließen. Der Bund der Steuerzahler begrüßte die Entscheidung.

Und was kommt danach? Wie das neue Leben für das alte Gebäude in Wellenform aussehen wird, weiß noch niemand. „Es gibt Interessenbekundungen und erste Gespräche“, sagte der Geschäftsführer vom Tourismus Marketing Service, Olaf Raffel. Doch spruchreif sei noch nichts.

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