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Merkels Dank an die Marine

Bundeskanzlerin in Kiel Merkels Dank an die Marine

Auch der Schneefall konnte die Bundeskanzlerin nicht aufhalten. Nach knapp zehn Jahren stattete Angela Merkel der Einsatzflottille 1 am Mittwoch wieder einen Besuch ab. Zwei Stunden nahm sich die Regierungschefin, um mit den Soldaten zu sprechen, sich zu informieren und der Marine für ihren Einsatz zu danken.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) steht am 19.01.2016 auf dem Deck der Korvette Braunschweig am Marinestützpunkt in Kiel (Schleswig-Holstein) neben Kapitän zur See Jan C. Kaack (r) und beobachtet eine Vorführung von Kampfschwimmern. Bundeskanzlerin Merkel machte sich ein Bild von den Aufgaben und Fähigkeiten der Einheiten der Einsatzflotille 1. Foto: Christian Charisius/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Quelle: dpa / Christian Charisius

Kiel. Da gegen Mittag noch heftiges Schneetreiben herrschte, musste die Anreise kurzfristig umgeplant werden. Der Gast aus Berlin wurde nicht per Hubschrauber zum Marinestützpunkt geflogen, sondern landete in Hohn und fuhr dann mit dem Auto nach Kiel. Trotzdem ging die Kanzlerin fast pünktlich um 14 Uhr an der Tirpitzmole an Bord der Korvette „Braunschweig“.

Angela Merkel (CDU) lässt sich die Ausrüstung erklären.

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Im Mittelpunkt stand der Austausch mit Soldaten aus dem gesamten Einsatzgebiet der Flottille. Zugleich nutzte die Bundeskanzlerin ihren Besuch, um den Beitrag der Seestreitkräfte für die internationale Sicherheit und die humanitären Rettungsaktionen im Mittelmeer zu würdigen. „Die deutsche Marine hat in den letzten Monaten fast 10000 Flüchtlingen das Leben gerettet“, sagte Merkel, die trotz der innerparteilichen Kritik gelöst und locker wirkte. Mit einem Lächeln bedankte sie sich bei ihren Gastgebern. Fragen der Journalisten zur Debatte um ihre Flüchtlingspolitik ließ sie unbeantwortet.

„Die Marine ist im Augenblick im Auslandseinsatz sehr stark gefragt“, sagte Merkel. „Wir haben wichtige internationale Operationen.“ Als Beispiele nannte sie die Begleitung des französischen Flugzeugträgers im Rahmen des Kampfes gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ oder die Piraten-Bekämpfung am Horn von Afrika und vor Somalias Küsten. Die Arbeit der Soldaten sei „ein Dienst für unsere Sicherheit, ein Dienst für Deutschland“, sagte die Kanzlerin.

Deutlich ungemütlicher dürfte ihr heutiger Besuch in Wildbad Kreuth bei der CSU-Fraktionsklausur werden. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und Dutzende Abgeordnete verschärften den Ton und fordern von der Kanzlerin nun einen Kurswechsel in der Asylpolitik binnen weniger Wochen.

FDP-Bundesvize und Fraktionschef Wolfgang Kubicki sagte mit Blick auf die bevorstehenden Landtagswahlen schwere Wochen für Merkel voraus. „Spätestens wenn die Wahlen in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt nicht so ausgehen, wie die Kanzlerin es zunächst gedacht hat, wird die Union, da sind die Jungs ja gnadenlos, die Kanzlerin metzeln“, erklärte Kubicki in Kiel.

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Ein Artikel von
Kristiane Backheuer
Lokalredaktion Kiel/SH

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Die Kanzlerin war ganz Ohr

Was für ein Tag! Zwei Stunden bevor Bundeskanzlerin Angela Merkel in Kiel landen sollte, setzten heftige Schneeschauer ein. Kurzfristig plante das Marinekommando deshalb um. Nicht direkt auf dem Kieler Marinegelände sollte der Gast aus Berlin landen, sondern sicherheitshalber im 45 Kilometer entfernten Hohn.

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