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Erste Rettung vor Samos

Griechenland-Einsatz Erste Rettung vor Samos

Lange mussten sie nicht warten. Bereits auf ihrer zweiten Nachtpatrouille haben die Bundespolizisten aus Schleswig-Holstein in der Ägäis ein Flüchtlingsboot geortet. Die Besatzung der „Börde“ hat 23 Menschen gerettet und sie sicher an Land gebracht.

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Einsatz der Bundespolizei: Die "Börde" hat Flüchtlinge aufgenommen.

Quelle: Christian Charisius/dpa

Vathy. „Sie befinden sich jetzt in einer Erstaufnahmeeinrichtung auf Samos“, bestätigte Matthias Menge, Sprecher der Bundespolizei auf Samos. Die Lage in den engen Gewässern der Ägäis dürfte sich dabei noch weiter zuspitzen. Der Grund: Das Wetter wird besser.

Wie viele Flüchtlinge an der türkischen Küste auf die Gelegenheit für eine schnelle Flucht über die wenige Meilen bis zu den griechischen Inseln warten, weiß niemand. Es sollen inzwischen nach den harten Wintermonaten wieder Hunderttausende sein. Da die Angst der Festnahme besteht, weichen die Schlepper verstärkt in die Nächte aus. „Wir haben zu Beginn ein paar Streifen am Tag gemacht. Das Geschehen verlagert sich aber in die Nacht“, berichtet Menge. Der Grund liegt auf der Hand. Die Polizei-Boote werden auf den Patrouillenfahrten von den Schleusern aus der Türkei beobachtet – sie sind nur wenige Meilen entfernt.

Hier sehen Sie Bilder vom Einsatz der schleswig-holsteinischen Bundespolizei vor Griechenland.

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Die 30 Beamten auf der „Börde“ und der „Uckermark“ sind Bestandteil der Operation Poseidon von Frontex. Die Grenzschutzagentur der EU unterstützt die griechische Küstenwache, die aber das Kommando hat. Zwei Beamte der griechischen Küstenwache sind bei den Streifen an Bord der deutschen Boote. „Das bedeutet, dass auch unsere Boote bei Nacht abgedunkelt auslaufen und auf See kein Licht anhaben. Nicht einmal die Positionslaternen brennen“, sagt Menge. Die Beamten setzen dann neben Radargeräten vor allem auf Nachtsichtgeräte zur Überwachung der Gewässer.

Drei mutmaßliche Schleuser geschnappt

So auch am Mittwochabend. Gegen 21 Uhr war die „Börde“ aus Vathy auf Samos ausgelaufen und in der Dunkelheit des engen Sunds zwischen Samos und der türkischen Küste verschwunden. „Gegen 23.30 Uhr kam dann der Anruf, dass man Flüchtlinge gesichtet habe“, berichtet Menge, der die Aktion aus dem Hafen von Vathy verfolgte, wo zeitgleich die „Uckermark“ in Bereitschaft lag. Die Flüchtlinge waren in einem Schlauchboot unterwegs, das allenfalls für zehn bis 15 Personen geeignet war. Deshalb gestaltete sich die Rettung auch nicht ganz unkompliziert. Kurz nach Mitternacht war die „Börde“ mit den Flüchtlingen im Hafen. Die 23 geretteten Menschen wurden den griechischen Behörden übergeben und in ein nahes Lager gebracht.

In Vathy sind neben den deutschen Bundespolizeibooten und Einheiten der griechischen Küstenwache auch schwedische und italienische Rettungsboote der Küstenwache stationiert. Die schwedische Küstenwache kreuzt vor Lesbos. Dort stellten schwedische Beamte vergangene Woche ein türkisches Motorboot mit drei mutmaßlichen Schleusern. Das Bild der Festnahme wurde von den Schweden über den Kurznachrichtendienst Twitter veröffentlicht. Die deutschen Beamten hatten bei ihrer Patrouille keine Schleuser aufspüren können.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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Foto: Die "Uckermark" und die "Boerde" im Hafen von Vathy auf der Insel Samos.

Am Bundespolizei-Stützpunkt in Neustadt wurden am Sonnabend 30 Beamte zu einer Auslandsmission verabschiedet. Auf der Insel Samos (Griechenland) sollen sie die Patrouillenboote „Uckermark“ und „Boerde“ übernehmen. Die Boote waren mit einem Schwergutfrachter von Hamburg nach Griechenland gebracht worden.

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