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Einbrecher im Norden besonders aktiv

Bundesstatistik Einbrecher im Norden besonders aktiv

In Schleswig-Holstein ist die Gefahr, Opfer von Einbrechern zu werden, deutlich höher als im bundesweiten Durchschnitt. Im Ranking der Bundesländer liegt der Norden auf Platz fünf. Landesweit werden die meisten Wohnungseinbrüche im Kreis Stormarn, in Neumünster und Kiel registriert.

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Ein Albtraum für jeden Hausbesitzer und jeden Mieter: Laut Kriminalstatistik schlagen die Täter besonders häufig im Kreis Stormarn, in Neumünster und Kiel zu.

Quelle: imago

Kiel. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat am Montag die Kriminalitätsstatistik 2015 vorgestellt – ein Schwerpunkt: Einbrüche. 167136 Taten zählte die Polizei bundesweit, knapp zehn Prozent mehr als noch 2014. Auffällig im Ländervergleich ist, dass Täter in einigen Teilen Deutschlands bevorzugt zuschlagen. Um statistisch Schwerpunkte zu lokalisieren, erhebt die Polizei sogenannte Häufigkeitszahlen, wie viele Wohnungseinbrüche auf 100000 Einwohner gezählt werden. Schleswig-Holstein kommt dabei schlecht weg: 8456 Einbrüche waren es 2015. Mit knapp 299 Einbrüchen gehört der Norden neben Bremen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Berlin zu den Bundesländern, in denen das statistische Risiko eines Einbruchs am größten ist. Der Bundesschnitt liegt bei 206 Taten. In Bayern leben Menschen am sichersten: Dort liegt die Häufigkeitszahl bei 59 Fällen.

 Auch im Vergleich der Kreise und kreisfreien Städte in Schleswig-Holstein gibt es signifikante Unterschiede: In Stormarn ist die Gefahr mit 541 Taten am höchsten, am geringsten in Schleswig-Flensburg (167) und Nordfriesland (192). In Kiel ist die Wahrscheinlichkeit mit 381 Einbrüchen deutlich höher als in Lübeck (285), unliebsamen Besuch zu bekommen. Überraschend ist die hohe Einbruchswahrscheinlichkeit in Neumünster. Mit 429 Fällen belegt die Stadt Platz zwei.

 Eine genaue Erklärung dafür hat Jana Maring vom Landeskriminalamt nicht. Allerdings: „Neumünster ist von Einfamilienhäusern geprägt, mehr als Kiel, Lübeck und Flensburg. Es gibt somit mehr Tatgelegenheiten für Einbrüche“, so die Behördensprecherin. Darüber hinaus sei Neumünster ein Verkehrsknotenpunkt und verfüge über ein gutes ÖPNV-Netz. „Häufig sind es die infrastrukturellen Gegebenheiten, die die Wahl des Tatortes bestimmen.“ Neben einer Autobahnanbindung würden auch Bahnanbindungen Möglichkeiten für Kriminelle bieten, sich unauffällig vom Tatort zu entfernen. Entsprechend hoch seien auch die Fallzahlen in den Kreisen Segeberg (314), Herzogtum Lauenburg und Pinneberg (je 318) im Hamburger Rand.


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 Die Aufklärungsquote ist in Schleswig-Holstein dagegen äußerst gering: Bundesweit konnten 2015 immerhin 15,2 Prozent der Einbruchsfälle gelöst werden, im Norden lediglich neun Prozent. Das Innenministerium hofft auf Besserung und setzt auf das 2012 initiierte Konzept gegen Einbrecher, das nun offenbar Wirkung zeigt: Wurden im Dezember wöchentlich 400 Taten angezeigt, seien es derzeit nur noch etwa 100. „Dass die Fallzahlen seit Februar zurückgegangen sind, ist eine gute Botschaft“, sagt Studt. Einen Grund sieht er darin, dass es zuletzt gelungen sei, mehrere überregional aktive Einbrecherbanden festzunehmen.

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Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland hat einen Rekordwert erreicht.

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Ein Artikel von
Bastian Modrow
Lokalredaktion Kiel/SH

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