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Kettenfahrzeuge rattern übers Land

Bundeswehr-Übung Kettenfahrzeuge rattern übers Land

Das Geräusch von Kettenfahrzeugen ist auf schleswig-holsteinischen Straßen selten geworden. In dieser Woche war es wieder da, das markante Rasseln von Panzern. Die Flugabwehrraketengruppe 61 aus Todendorf übte an verschiedenen Orten in Schleswig-Holstein die Luftverteidigung von Stellungen, Häfen und Flugplätzen.

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Soldaten der FlaRak-Gruppe 61 im Kieler Marinearsenal.

Quelle: Frank Behling

Todendorf/Hohn. Dafür rückten die fast 50 Soldaten mit mehreren Fahrzeugen aus und übten die Fahrt im Straßenverkehr. Schwerpunkte waren dabei das Marinearsenal in Kiel und der Flugplatz des Lufttransportgeschwaders 61 in Hohn. „Wir trainieren das, was auch bei möglichen Einsätzen unsere Hauptaufgabe ist. Das ist der Schutz von Hafenanlagen und Flugplätzen“, sagt Major Timo Hesse. Der gebürtige Flintbeker hatte die Aufsicht über die Truppe, die sich am Dienstag von der Heimatkaserne in Todendorf an der Ostsee auf den Weg nach Kiel machte. In einer Kolonne rollten die etwa 20 Fahrzeuge über Landes- und Bundesstraßen. Mitten drin auch mehrere leichte Luftlandepanzer vom Typ Wiesel und zwei gepanzerte Schutzfahrzeuge vom Typ „Eagle 5“ sowie zwei Fahrzeuge für das große Luftraumüberwachungsradar.

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Der erste Auftrag lautete: Sicherung des Kieler Marinearsenals. „Wenn wir irgendwo ankommen, dann sind es entweder Häfen und Flugplätze. Die gilt es dann zunächst zu sichern. Bei den Einsätze gehören wir zu den Kräften der ersten Stunde“, erklärt Major Hesse. Im Marinearsenal bezogen seine Soldaten Stellung auf der Mole. Die Panzer stellten sich so auf, dass sie mit ihren Flugkörpern alle Himmelsrichtungen über dem Hafen abdecken konnten. „Die Möglichkeit hier üben zu können, ist für uns ideal“, sagt Hesse. Das Arsenal ist eine Bundeswehrliegenschaft mit Kaianlagen, Schiffen und Hallen.

Im April kommt ein Großmanöver

Beim Fliegerhorst in Hohn erfolgte am Mittwoch ein ähnlicher Einsatz. Neben den taktischen Anforderungen sollte bei dem Manöver auch die Verlegung selbst geprobt werden. Es sei schon ein Unterschied, ob die Soldaten auf einem Truppenübungsplatz so etwas üben oder draußen, außerhbalb der Kaserne, erklärt Hesse. Deshalb wurden auch die Dinge geübt, die es so in Schleswig-Holstein schon lange nicht mehr auf Bundesstraßen und Landstraßen zu sehen gab: Kolonnenfahrten von Militärfahrzeugen. Auch im Kieler Stadtgebiet zogen die Panzer die Blicke auf sich. In Rendsburg gab es zudem noch eine zweite maritime Komponente. Die Kanalfähre wurde für die Überfahrt genutzt. Und zwar gesichert durch Soldaten, die dafür mit Stinger-Flugkörpern in Stellung gingen.

Das Training geschah nicht ohne Grund. Im April steht ein Großmanöver an, bei dem der Verband eingesetzt werden soll. Diese Übung in Schleswig-Holstein war die Generalprobe. „Als Teil der Nato Responce Force und der EU-Battle-Group sind wir bereits im vergangenen Jahr klassifiziert worden“, sagte Hesse.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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