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China wichtiger Wachstumsmotor

Vor China-Reise China wichtiger Wachstumsmotor

China bleibt für Schleswig-Holsteins Wirtschaft ein enorm wichtiger Partner — auch wenn das Wachstum in dem Riesenreich gesunken ist. Weitere Chancen dort loten Regierungschef Albig, Minister Meyer und Unternehmer bei einem mehrtägigen Besuch aus.

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Der chinesische Markt sei für den Norden der wichtigste Wachstumstreiber für den Mittelstand, sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Wirtschaft und Politik in Schleswig-Holstein haben trotz gesunkener Wachstumsraten in China nach wie vor große Erwartungen in die Kooperation mit dem asiatischen Land. „Für die Chinesen mag es ein Problem sein, dass ihr Wirtschaftswachstum vergangenes Jahr auf 6,9 Prozent gefallen ist“, sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Dennoch entspreche allein dieser Zuwachs einem Finanzvolumen von 800 Milliarden US-Dollar und damit dem kompletten Bruttoinlandsprodukt der Türkei oder der Schweiz.

„Der chinesische Markt ist also selbst noch in einer schwächelnden Phase unser wichtigster Handelsplatz nach Dänemark und der wichtigste Wachstumstreiber für unseren Mittelstand“, analysierte Meyer. Der Wirtschaftsminister startet am Sonnabend mit Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) und insgesamt 40 Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zu einer einwöchigen Reise nach China und Japan. Allein gut 20 Unternehmensvertreter sind dabei.

Die Exporte aus Schleswig-Holstein nach China seien in den letzten 15 Jahren um 109 Prozent gestiegen, während der Gesamtzuwachs 82 Prozent betrug, sagte Meyer. Auf dem Programm des China-Besuchs stehen außer Kooperationsvereinbarungen unter anderem ein Besuch beim weltgrößten Versandkonzern Alibaba sowie Gespräche über eine weitere Ausdehnung der Zusammenarbeit auf den Feldern Umweltschutz, Gesundheitswirtschaft, Mobilität, Erneuerbare Energien oder Lebensmitteltechnologie. „China ist in vielen dieser Bereiche bereits gut, bleibt aber auch auf Know-how von außen angewiesen — und das wollen und können wir bieten“, sagte Meyer. Auch Wissenschaftler der Universitäten in Kiel und Flensburg reisen mit nach China.

Während des Besuchs wird auch das 20-jährige Bestehen des Schleswig-Holstein Business Centers in der Partnerprovinz Zhejiang gefeiert. Der Chef der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, Bernd Bösche, ist diese Kooperation eine besondere Erfolgsgeschichte. Seit Bestehen der Niederlassung, die inzwischen über 13 Mitarbeiter verfügt, sei dort mehr als 200 Unternehmen geholfen worden, im chinesischen Markt Fuß zu fassen. Dazu gehörten die Spezialfirma Condias aus Itzehoe, die sich auf die Aufbereitung von Oberflächenwasser spezialisiert hat, aber auch Branchengrößen wie das Büdelsdorfer Unternehmen ACO Severin Ahlmann.

„In China sind die Angebote solcher Firmen angesichts der Umweltverschmutzung in den letzten Jahren ein sehr großes Thema“, sagt Bösche. Auf dem China-Programm steht auch ein Besuch des Industrieparks Jiaxing, wo allein 500 Hektar Fläche für die Ansiedlung deutscher Unternehmen reserviert sind. Mit Blick auf den Besuch beim weltgrößten Online-Versandkonzern Alibaba erhoffen sich Meyer und Bösche vor allem, dass langfristig auch schleswig-holsteinische Mittelständler über dieses Riesenunternehmen Produkte direkt auf dem chinesischen Markt absetzen können.

Bei dem Besuch in Japan — unter anderem in Kobe und Kyoto — geht es nach den Worten von Meyer vor allem um mögliche Kooperationen im Bereich der Lebenswissenschafen, vor allem in der Medizinbranche. Aber auch bei Erneuerbaren Energien sollen mögliche Allianzen ausgelotet werden. Die Delegation wird unter anderem den japanischen Ableger des Konzerns Sauer-Danfoss in Kobe besuchen.

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