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Riesenfrachter steckt in der Elbe fest

Schifffahrt Riesenfrachter steckt in der Elbe fest

Auf dem Weg nach Hamburg hat sich in der Nacht zu Donnerstag die "CSCL Indian Ocean", eines der größten Containerschiffe der Welt, festgefahren. Gegen Mitternacht soll bei Hochwasser ein neuer Bergungsversuch unternommen werden. Misslingt dieser, kann der Frachter frühestens in einer Woche geborgen werden.

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Der Schlepper "ZP Boxer" zieht am Bug der "Cscl Indian Ocean".

Quelle: Frank Behling

Stade. Die „CSCL Indian Ocean“ war während des Hochwassers auf dem Weg zum Hamburger Hafen, als sie gegen Mitternacht am Rand des Fahrwassers bei Lühe auf Grund lief. Alle Versuche, den 400 Meter langen und 59 Meter breiten Koloss wieder freizuschleppen, scheiterten bislang. Der Schiffsverkehr auf der Elbe ist eingeschränkt.

Ein Team aus deutschen und niederländischen Schleppern hatte von 11 bis 13 Uhr mit verschiedenen Manövern versucht, den Frachter wieder flott zu bekommen. Die Elbe war seit 11.30 Uhr für den Schiffsverkehr voll gesperrt. Nach dem gescheiterten Versuch wurden die ersten Schlepper entlassen. Insgesamt sechs Schlepper mit zusammen über 25000 PS waren im Einsatz. Um 13 Uhr wurden die Bergungsversuche erneut als gescheitert erklärt. Der Frachter hat sich derart festgefahren, dass selbst die sechs Schlepper das Schiff nicht beim Mittagshochwasser wieder zurück ins Fahrwasser ziehen konnten.

Nun wird auf das nächste Hochwasser gegen Mitternacht gewartet. Die Elbe ist in dem Bereich eingeschränkt befahrbar.

Die erst  2015 in Dienst gestellte „CSCL Indian Ocean“ war vor dem Anlauf bereits in Rotterdam und Felixtowe, wo Teile der aus China stammenden Ladung gelöscht worden waren. In Hamburg am Eurokai sollte das Schiff heute weitere Container löschen.

Hier sehen Sie Bilder von der Havarie des Riesenfrachters in der Elbe

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Sofort nach dem Unglück schickte die Revierzentrale Brunsbüttel Schlepper zu dem Frachter. Das Mehrzweckschiff „Neuwerk“ der Schifffahrtsverwaltung wurde ebenfalls zu dem Frachter beeordert. Drei Schlepper konnten den Frachter bislang nicht wieder flott bekommen. Die Ursache der Havarie war nach einer Mitteilung des Wasser- und Schifffahrtsamtes Hamburg eine „schiffsbedingte Betriebsstörung“. Die genaue Ursache wird die Wasserschutzpolizei Hamburg zusammen mit der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung nach dem Eintreffen des Schiffes in Hamburg ermitteln. Eine Gefahr des Sinkens oder einer Gewässerverunreinigung bestehe nach Aussage der Behörde noch nicht.

Die „CSCL Indian Ocean“ gehört zu den größten Containerschiffen der Welt. An Bord dieser Schiffe der sogenannten „CSCL Globe“-Klasse können bis zu 19000 Standardcontainer transportiert werden. Die Tragfähigkeit der „CSCL Indian Ocean“ beträgt rund 184000 Tonnen. Die Revierzentrale Brunsbüttel hat die Gesamteinsatzleitung übernommen.

Sollte die Bergung in der Nacht nicht gelingen, könne es laut Bergungspersonal bis zu einer Woche dauern, bis eine neue hohe Flut einen erneuten Versuch ermöglicht.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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Havarie in der Elbe
Foto: Der Unglücksfrachter wird für die Bergung vorbereitet.

An dem auf der Elbe havarierten Containerfrachter „CSCL Indian Ocean“ haben die Vorbereitungen für den entscheidenden Schleppversuch begonnen. An dem 400 Meter langen Containerriesen sind mehrere Bagger und Spezialfahrzeuge im Einsatz.

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