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Hunderte Buchungen fluten Kieler Hotels

Cyber-Attacke Hunderte Buchungen fluten Kieler Hotels

Mysteriöser Cyber-Angriff auf Kieler Hotels: Über zwei Internet-Portale haben Unbekannte mindestens fünf große Unternehmen mit elektronischen Zimmerreservierungen geflutet.

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Allein im „Kieler Kaufmann“ liefen an die hundert Buchungen auf.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Der Anbieter der Buchungs-Webseite kann eigenen Angaben zufolge ein Sicherheitsleck ausschließen. Die Polizei ermittelt wegen möglicher Datensabotage. Die Hintergründe des Cyberangriffs sind noch völlig unklar.

Offenkundig geht es den Tätern darum, den betroffenen Betrieben wirtschaftlich zu schaden. „Ein Kollege hat mich am späten Dienstagabend angerufen, dass bei uns an die hundert Buchungen binnen kürzester Zeit aufgelaufen seien“, sagt Sebastian Kuhn, Reservierungsleiter des „Kieler Kaufmann“. In anderen Hotels waren es mehr als 400 elektronische Anfragen. „Wir haben alle mit großem zeitlichen Aufwand geprüft und gelöscht“, hieß es. Ein betroffenes Unternehmen hat bereits Strafanzeige wegen Datensabotage erstattet.  Sämtliche Reservierungen liefen nach Angaben betroffener Hoteliers über das Internet-Portal hotel.de und HRS.

In mindestens einem Fall wurden sogar die Anmeldedaten eines Hotels für Buchungen verwendet. Neben Hotelbetreibern aus Kiel hatten sich am Mittwoch auch Bürger gemeldet, deren E-Mail-Adresse missbraucht worden war. Zum Teil waren diese aber nicht einmal Kunde des Buchungs-Portals und irritiert über die angeblichen Reservierungen. Das betroffene Hotel-Portal nimmt den Vorfall ernst: IT-Experten hätten knapp 300 falsche Buchungen überprüft. Britta Schumacher, Unternehmenssprecherin der HRS Group: „Die Täter haben sowohl imaginäre als auch öffentlich bekannte E-Mail-Adressen verwendet – zum Beispiel aus einem Impressum einer Website.“  Nach eingängiger Klärung sei sicher, „dass die in diesem Fall verwendeten E-Mail-Adressen nicht aus unserer Datenbank stammen, sondern von extern eingegeben wurden“, so Schumacher.

Landesdatenschützerin Maret Hansen hatte nach Bekanntwerden der E-Mail-Flut betroffenen Kunden geraten, ihre Passwörter zu erneuern. Dazu bestünde nach Ansicht von HRS-Sprecherin Schumacher keine Veranlassung. Sie versichert: „Die Daten unserer registrierten Kunden sind zu jedem Zeitpunkt sicher, sodass ein unbefugter Zugriff auf unsere Datenbank durch Dritte nicht möglich ist.“ Die Polizei ermittelt nach der Strafanzeige von mindestens einem der fünf betroffenen Hotels wegen Cyberkriminalität.

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Gastbeitrag
Foto: Cyberattacken können aus der ganzen Welt kommen und jeden Internetnutzer treffen. Immer häufiger sind auch Unternehmen, Behörden und sogar Krankenhäuser davon betroffen.

Sie räumen Konten leer, stehlen sensible persönliche Daten oder legen ganze Industriebetriebe lahm: Cyberverbrecher nutzen die Anonymität des Internets und können damit jedem Nutzer schaden. Trotzdem bleiben die meisten Taten im Dunkeln.

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