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DLRG will mehr Schwimmbäder

Schleswig-Holstein DLRG will mehr Schwimmbäder

Die DLRG will jedem Nichtschwimmer die Möglichkeit geben, schwimmen zu lernen, um die Zahl der Badetoten zu minimieren. Dafür brauche Schleswig-Holstein flächendeckend Schwimmbäder.

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Die Meerwasserschwimmhalle in Laboe wird geschlossen. Die DLRG fordert aber mehr Schwimmbäder.

Quelle: Ulf Dahl

Neumünster. Schleswig-Holstein braucht nach Ansicht der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mehr Schwimmbäder. Besonders auf dem flachen Land seien zahlreiche Wasserflächen ersatzlos geschlossen worden, in denen man Schwimmausbildung betreiben kann, sagte der scheidende DLRG-Landespräsident Christoph Mager vor Beginn der Haupttagung des DLRG-Landesverbandes am Samstag in Neumünster. „Das ist eines der größten Probleme, die wir in Schleswig-Holstein haben.“ Das führe dazu, dass die Schwimmausbildung sowohl durch Vereine wie auch durch Schulen nicht mehr gewährleistet werden kann, sagte Mager.

Das Ergebnis sei eine soziale Benachteiligung vieler Jungen und Mädchen. „Es gibt Eltern, die können es sich leisten, ihre Kinder weit zu fahren, oder gestiegene Mitgliedsbeiträge zu bezahlen, wenn Vereine den Transport in weiter entfernte Schwimmbäder selber organisieren. Und es gibt Eltern, die können es sich nicht leisten.“ Als Beispiele nannte Mager unter anderem den Süden des Kreises Herzogtum Lauenburg, den Bereich um Oldenburg im Kreis Ostholstein und Kappeln im Kreis Rendsburg-Eckernförde.

Ein weiteres Problem sei „der Stellenwert der Wasserrettung im Rechtssystem der Gefahrenabwehr“, erklärte Mager. Die Wasserrettung sei Bestandteil der Rettungsdienstgesetze fast aller Länder - nicht jedoch in Schleswig-Holstein. Mit der Konsequenz, dass Organisationen wie die DLRG, aber auch die Wasserwacht des Roten Kreuzes oder die Wasserrettungseinheiten von Arbeiter-Samariter-Bund oder Johanniter-Unfall-Hilfe „auf eigenes Risiko“ agierten. „Es gibt niemanden, der etwas refinanziert, und Versicherungen, Ausbildungen oder Verdienstausfall werden nicht ersetzt“, sagte Mager.

Trotz der Probleme gibt es laut Mager in der Urlaubszeit für die Badeaufsicht an den Küsten ausreichend DLRG-Helfer. Das liege unter anderem daran, dass Rettungsschwimmer aus ganz Deutschland über eine zentrale Vermittlungsstelle an die Badestrände in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachen vermittelt werden, sagte er.

Im Binnenland betreiben die Ortsgruppen den Rettungsdienst jedoch oft mit eigenen Rettungsschwimmern. Dort gebe es teilweise Schwierigkeiten, Nachwuchs zu finden. „Insbesondere dort, wo auch die Hallen-Infrastruktur schlechter ist, denn ich brauche eine Schwimmhalle, um den Nachwuchs zu werben“, sagte Mager. „An den Stellen, an denen wir Bäderprobleme haben, haben wir auch in der DLRG Probleme.“

Von Wolfgang Runge

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