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Polizei hindert Flüchtlinge an Weiterreise

Dänemark Polizei hindert Flüchtlinge an Weiterreise

Die dänische Polizei hat an den Grenzen weitere Züge mit den in Lübeck gestoppten Flüchtlingen angehalten und an der Weiterreise nach Schweden gehindert. Sollten die Flüchtlinge sich nicht in Dänemark registrieren lassen wollen, werden sie zurück nach Deutschland geschickt.

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 Die 250 Flüchtlinge wurden am Dienstag in Lübeck gestoppt.

Quelle: Daniel Reinhardt/dpa

Padborg/Rødby. Dänemark ist für viele Flüchtlinge nur Durchreiseland nach Schweden. Doch die Polizei hält alle Ankömmlinge auf. Hunderte wehren sich dagegen, die Züge zu verlassen — oder setzen ihre Reise zu Fuß fort.

Die dänische Polizei hat an den Grenzen weitere Züge mit aus Deutschland ankommenden Flüchtlingen angehalten und an der Weiterreise nach Schweden gehindert. Viele der Ankömmlinge in Rødby auf der Insel Lolland weigerten sich aber, aus dem Zug auszusteigen. Flüchtlinge in Padborg bei Flensburg versuchten, ihre Reise zu Fuß über die Autobahn fortzusetzen. Bis Busse bereitstünden, um die Menschen von der Straße wegzubringen, sei die E45 bei Padborg in beide Richtungen gesperrt, teilte die Polizei in Südjütland mit.

In Padborg waren in der Nacht zum Mittwoch und am Morgen etwa 100 Menschen angekommen. Mit dem Zug auf der Fähre erreichten 230 Menschen Rødby. Knapp die Hälfte von ihnen habe nicht aussteigen wollen. „Die Personen sitzen immer noch im Zug, und die Polizei versucht, sie durch Gespräche aus dem Zug zu bekommen und zur Registrierung zu bewegen“, hieß es in einer Pressemitteilung am späten Vormittag. „Bislang ist das nicht gelungen.“

Viele der Flüchtlinge wollen nicht in Dänemark bleiben, sondern nach Schweden weiterreisen, etwa weil sie dort Verwandte haben und hoffen, ihre Familie leichter nachholen zu können. Das könne die Polizei ihnen jedoch nicht erlauben, sagte eine Sprecherin.

Dänemarks Integrationsministerin Inger Støjberg hatte sich am Dienstag vergeblich um ein Sonderabkommen mit Schweden bemüht, um die Menschen in das Nachbarland weiterschicken zu können. „Die schwedische Regierung hat keine rechtliche Befugnis, eine solche Vereinbarung zu treffen“, sagte ein Sprecher des schwedischen Justizministeriums am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

Nach ihrer Ankunft in Rødby werden die Menschen seit Anfang der Woche zunächst in einer Schule untergebracht. Während Bürger Essen und Kleidung brachten, kam es laut Polizei aber auch zu Zwischenfällen: Demnach sollen einige Demonstranten Steine auf die Neuankömmlinge geworfen haben.

Wenn die Flüchtlinge sich nicht in Dänemark registrieren lassen wollen, schickt die Polizei sie zurück nach Deutschland. Ansonsten werden sie in einer Unterkunft für Asylbewerber nördlich von Kopenhagen untergebracht.

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Foto: In einem ICE nach Kopenhagen saßen 200 Flüchtlinge. Er wurde in Lübeck gestoppt.

Nach dem Zwangsstopp eines Fernzugs mit 200 Flüchtlingen mit Ziel Kopenhagen in Lübeck will die Polizei einen Großteil von ihnen nach Dänemark weiterreisen lassen. Es bleibe in Schleswig-Holstein beim Prinzip „keine Gewalt“, sagte der Leitende Polizeidirektor Joachim Gutt am Dienstag.

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