10 ° / 8 ° wolkig

Navigation:
"Fehmarnbelt-Tunnel wird gebaut"

Ministerbekenntnis "Fehmarnbelt-Tunnel wird gebaut"

Der dänische Finanzminister Claus Hjort Frederiksen (Venstre/Liberale Partei) rudert zurück: Nach seinen kritischen Anmerkungen zur Finanzierbarkeit des geplanten Fehmarnbelt-Tunnels in der Zeitung Børsen hat er jetzt über die Nachrichtenagentur Ritzau ein grundsätzliches Bekenntnis zum Bauvorhaben hinterher geschoben.

Voriger Artikel
Kein Anspruch auf Schadenersatz für Eltern
Nächster Artikel
Im Norden schlägt’s nur selten ein

Nachdem die Fertigstellung des Tunnels zwischen Fehmarn und der dänischen Insel Lolland lange für 2021 vorgesehen war, wurde zuletzt 2024 angepeilt.

Quelle: Femern A/S

Kopenhagen/Kiel. „Man braucht nicht um das Projekt zu fürchten“, sagte er. Er sei verwundert über vielen Berichte, in denen über einen möglichen Ausstieg Kopenhagens spekuliert werde. „Die Regierung hat selbstverständlich keine Pläne, sich von der Verbindung zu verabschieden“, stellte er klar.

Er habe lediglich auf die „bekannten wirtschaftlichen Herausforderungen“ hingewiesen, sagte Hjort. Insbesondere durch Unsicherheiten bei EU-Zuschüssen seien diese zuletzt nicht kleiner, sondern größer geworden. „Daher habe ich betont, dass die Wirtschaftlichkeit selbstverständlich gegeben sein muss.“ Dänemarks Verkehrsminister Hans Christian Schmidt pflichtete seinem Parteifreund unterdessen bei: „Wir werden, wie es immer geplant war, im Herbst eine wirtschaftliche Gesamtbeurteilung des Fehmarnbelt-Projekts machen“, sagte er ebenfalls zu Ritzau . Erst vor diesem Hintergrund könne man den Risikograd des Infrastrukturvorhabens beurteilen und über das weitere Vorgehen entscheiden.

Mit ihren Aussagen versuchten die beiden Politiker im Vorfeld der Sitzung des „Unterstützerkreises“ die aufgewühlten Wogen wieder zu glätten. In der Runde informierte Schmidt die Vertreter der Folketing-Parteien, die das Projekt stützen, am Mittwoch über sein Treffen mit Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) in der vergangenen Woche. „Bei der heutigen Sitzung gab es breite Unterstützung für das Fehmarnbelt-Projekt“, erklärte er am Abend. „Der nächste Schritt wird es sein, dass wir Reinhard Meyer nach Dänemark einladen, damit er die Parteien persönlich über den Status der deutschen Planungen informieren kann.“

Tunnel wurde bereits auf 2024 verschoben

Nachdem die Fertigstellung des Tunnels zwischen Fehmarn und der dänischen Insel Lolland lange für 2021 vorgesehen war, wurde zuletzt 2024 angepeilt. Es könnte aber noch später werden. Bei der Planung sind 3100 Einwendungen zu berücksichtigen, wobei es aus Dänemark nur 30 gab. Nach einer ersten Einschätzung der Genehmigungsbehörde in Schleswig-Holstein könnten gravierende Planungsänderungen erforderlich werden, hatte Meyer unter Hinweis auf Natur- und Umweltschutzanforderungen kürzlich gesagt.

Den Bau des rund 19 Kilometer langen Tunnels finanziert Dänemark allein. Zuletzt wurden dafür Kosten in Höhe von 7,4 Milliarden Euro genannt. Deutschland muss nur die Hinterlandanbindung auf seinem Gebiet bezahlen. Dafür nannte das Bundesverkehrsministerium vor Monaten eine Summe von 2,2 Milliarden Euro.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Das THW-Magazin

Erfahren Sie mehr!
Einblicke hinter die
Kulissen des THW-Kiel

Anzeige
ANZEIGE
Mehr zum Artikel
Fehmarn
Foto: „Wir werden harte und schwierige Entscheidungen treffen und einige Projekte stoppen - auch solche, die bereits in Gang gesetzt wurden“, sagte Claus Hjort Frederiksen der dänischen Zeitung Børsen.

Neue Verunsicherung um das größte Verkehrsprojekt in Nordeuropa: Der im Juni angetretene neue dänische Finanzminister Claus Hjort Frederiksen (Venstre/Liberale Partei) hat nach einem Kassensturz nicht nur den Zeitplan für den geplanten Fehmarnbelt-Tunnel in Frage gestellt – sondern gleich das gesamte Projekt.

  • Kommentare
Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten: Schleswig-Holstein 2/3